Die Uefa hat für Donnerstag eine Dringlichkeitssitzung mit ihren 55 Mitgliedsverbänden einberufen. Nach Angaben des Guardian soll dort eine gemeinsame Reaktion auf die Pläne von Fifa-Präsident Gianni Infantino abgestimmt werden, Anteile an den kommerziellen Rechten der Fussball-Weltmeisterschaften an private Investoren zu verkaufen. Zu den diskutierten Optionen gehört auch ein Boykott von Fifa-Wettbewerben.
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Mit der Krisensitzung verschärft sich der Konflikt zwischen den beiden mächtigsten Fussballverbänden. Die Uefa hatte Infantinos Vorhaben bereits ungewöhnlich scharf kritisiert und erklärt: «Damit wird eine Grenze überschritten, die die Führungsgremien des Fussballs niemals überschreiten sollten.» Weiter heisst es: «Die Seele und die Führung des Fussballs sind keine Handelsgüter.»
Unterstützung erhält die Uefa inzwischen auch von der Concacaf, dem Kontinentalverband für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik, und der Asiatischen Fussball-Konföderation (AFC). Gemeinsam vertreten die drei Kontinentalverbände 143 der 211 Fifa-Mitgliedsverbände und könnten den Plan blockieren. Allerdings hat sich der tschechische Fussballverband bereits hinter Infantinos Vorhaben gestellt.
Hintergrund des Konflikts ist der Plan der Fifa, die Vermarktungsrechte an Männer-, Frauen- und Klub-Weltmeisterschaften in ein neues Tochterunternehmen auszulagern und bis zu 20 Prozent der Anteile an private Investoren zu verkaufen. Die Fifa würde Mehrheitsaktionärin bleiben und nach eigenen Angaben die Kontrolle über Spielkalender und Regelwerk behalten. Die Weltwoche berichtete.
Für zusätzlichen Unmut sorgt das Vorgehen der Fifa. Nach Informationen des Guardian setzte Infantino den nationalen Verbänden eine Frist bis zum 19. September, um sich für eine erste Auszahlung von 20 Millionen Dollar aus dem geplanten Geschäft anzumelden. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen weitere 20 Millionen Dollar pro Verband folgen. Ob die Annahme des Geldes zugleich als Zustimmung zum Vorhaben gewertet würde, ist bislang unklar.