Die US-Regierung hat den Zugang zu den neuesten KI-Modellen des Unternehmens Anthropic für ausländische Nutzer vorübergehend gesperrt und damit in Europa eine Debatte über die technologische Abhängigkeit von amerikanischen Anbietern ausgelöst; dies berichtet das Portal Politico. Das US-Handelsministerium ordnete offenbar an, den Zugang für Nicht-US-Bürger zu beschränken. Anthropic setzte daraufhin den Zugang zu den betroffenen Modellen vorübergehend für alle Nutzer aus.
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Die Entscheidung wird in Brüssel und mehreren europäischen Hauptstädten als Warnsignal verstanden. Erstmals sei deutlich geworden, dass die Vereinigten Staaten europäischen Nutzern den Zugang zu modernster KI-Technologie kurzfristig entziehen könnten. Vertreter der Europäischen Kommission sehen darin eine Bestätigung ihrer Bemühungen um mehr technologische Eigenständigkeit Europas.
Kommissionssprecher Thomas Regnier erklärte, der Fall unterstreiche die Notwendigkeit europäischer Technologiesouveränität. Die Europäische Union müsse ihre Fähigkeiten bei Schlüsseltechnologien wie künstlicher Intelligenz, Cloud-Diensten und Halbleitern ausbauen.
Im Mittelpunkt vieler Vorschläge steht das französische Unternehmen Mistral AI, das als aussichtsreichster europäischer Herausforderer der grossen amerikanischen KI-Anbieter gilt. Medienberichten zufolge verhandelt das Unternehmen derzeit über eine Finanzierungsrunde von rund drei Milliarden Euro bei einer Bewertung von etwa 20 Milliarden Euro.
Neben der Entwicklung eigener Modelle rückt auch der Aufbau zusätzlicher Rechenkapazitäten in den Vordergrund. Mehrere Politiker forderten, die von der Europäischen Kommission geplanten KI-Gigafabriken rasch umzusetzen. Ziel ist es, Europa in die Lage zu versetzen, die leistungsfähigsten KI-Systeme künftig selbst zu entwickeln und zu betreiben.