Annegret Kramp-Karrenbauer wird neue Vorsitzende der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. In einer Kampfabstimmung setzte sie sich mit 28 zu 21 Stimmen gegen Günter Krings durch – den Favoriten von CDU-Chef Friedrich Merz. Die Entscheidung bedeutet eine empfindliche Niederlage für Merz und ist zugleich das erste Mal in der Geschichte der Stiftung, dass der Vorsitz in einer offenen Abstimmung entschieden worden ist.
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Die frühere CDU-Bundesvorsitzende und Ministerpräsidentin des Saarlands folgt auf Norbert Lammert, der das Amt acht Jahre lang innehatte und nicht erneut kandidierte. Kramp-Karrenbauer war bereits 2018 im innerparteilichen Machtkampf gegen Merz als Parteichefin hervorgegangen – nun triumphiert sie erneut über den CDU-Chef, wenn auch auf anderem Terrain.
Günter Krings, Vorsitzender der nordrhein-westfälischen Landesgruppe im Bundestag, war von Merz als Wunschkandidat ins Rennen geschickt worden. Der CDU-Vorsitzende hatte ihm den Vorsitz der mächtigen Stiftung offenbar als Kompensation angeboten – nachdem Krings bei der Kabinettsbildung leer ausgegangen war. Doch Merz zögerte zu lange: Erst kurzfristig instruierte er seinen Generalsekretär Carsten Linnemann, für Krings Stimmen zu sammeln – vergeblich.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung verwaltet ein Jahresbudget von über 200 Millionen Euro. Ihre Vorsitzenden sind traditionell profilierte Politiker der Union. Kramp-Karrenbauer tritt damit in die Fussstapfen von Politikern wie Lammert oder Hans-Gert Pöttering, dem früheren Präsidenten des Europäischen Parlaments.