Trotz Millionenförderung hat das Welcome Center Schleswig-Holstein im Jahr 2024 nur fünf ausländische Fachkräfte erfolgreich vermittelt. Das geht aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion hervor. Die landesfinanzierte Einrichtung war Ende 2023 gestartet – mit dem Anspruch, dem Fachkräftemangel in Schleswig-Holstein spürbar entgegenzuwirken. Dabei wurde die Initiative von mehreren Ministerien gemeinsam ins Leben gerufen – getragen unter anderem von der Wirtschaftsförderung Schleswig-Holstein, deren Geschäftsführer Hinrich Habeck ist, Bruder von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck.
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Laut einem Bericht der Kieler Nachrichten fehlen Schleswig-Holstein bis 2035 rund 180.000 qualifizierte Arbeitskräfte. Das Welcome Center sollte internationale Talente ins Land holen und Unternehmen bei Anerkennungen und Visafragen unterstützen. Doch nach Ansicht der Opposition bleibt der praktische Effekt bislang aus. «Wenn die Anzahl in dem Tempo voranschreitet, bräuchte es sage und schreibe 36.000 Jahre, um diesen Bedarf über das Welcome Center zu decken», sagt Kianusch Stender, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Die schwarz-grüne Idee habe sich «als komplette Nullnummer erwiesen».
Auch die FDP spricht von einer Fehlkonstruktion. Heiner Garg, Abgeordneter im Schleswig-Holsteinischen Landtag, sagt zum NDR: «Die Umsetzung ist voll in die Hose gegangen, weil in Wahrheit berät hier eine Behörde die andere.»
Das Wirtschaftsministerium verteidigt das Vorhaben: Man befinde sich in der Aufbauphase, Ziel sei nicht die Vermittlung im engeren Sinn, sondern die Beratung. Doch nach einem Jahr wird deutlich: Der politische Anspruch, dem Fachkräftemangel substanziell entgegenzuwirken, steht in keinem Verhältnis zum bisherigen Ergebnis.