Der Streit um ein angebliches Telefonat zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner spitzt sich zu. Das Kanzleramt erklärte, dem Bundeskanzler sei «ein solches Telefonat nicht erinnerlich», berichtet die Bild-Zeitung. Ein Regierungssprecher bekräftigte zudem die bisherige Darstellung, wonach sich nach Auswertung aller verfügbaren Informationen nicht feststellen lasse, dass Merz während des Berliner Stromausfalls Anfang Januar ein persönliches Gespräch mit Wegner geführt habe.
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Hintergrund ist die Frage, ob Merz und Wegner am 4. Januar, dem zweiten Tag des grossflächigen Stromausfalls in Berlin, telefonisch miteinander gesprochen haben. Während das Kanzleramt dies bestreitet, hält die Berliner Senatskanzlei an ihrer Darstellung fest. Wegners Sprecherin Christine Richter erklärte, der Regierende Bürgermeister habe zunächst am 3. Januar Kontakt mit dem Kanzleramt gehabt und am 4. Januar mit Merz telefoniert. Nach Angaben der Senatskanzlei soll das vierminütige Gespräch um 19.57 Uhr stattgefunden haben, nachdem der Kanzler zurückgerufen habe.
Das Kanzleramt verweist darauf, dass Telefonate und deren Inhalte grundsätzlich nicht vollständig dokumentiert würden. Zugleich betont die Bundesregierung, der Bund habe Berlin während des Stromausfalls eng unterstützt. Bereits ab dem 3. Januar habe es mehrere Gespräche und weitere Formen der Kommunikation zwischen der Berliner Landesregierung und dem Kanzleramt gegeben. Merz sei vom ersten Tag an über die Lage informiert gewesen.
Für zusätzliche Brisanz sorgt, dass Wegner unmittelbar nach dem Blackout öffentlich erklärt hatte, er habe «gestern einmal mehr mit dem Bundeskanzler gesprochen». Damit steht weiterhin Aussage gegen Aussage. Die Opposition fordert Aufklärung. Grünen-Chef Felix Banaszak verlangt Transparenz über die Rolle des Kanzleramts.