Unternehmen in den USA müssen sich auf deutlich höhere Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien einstellen. Dies berichtet die Financial Times unter Berufung auf eine Analyse des Marktplatzes Level Ten Energy. Demnach könnten die Preise für langfristige Stromabnahmeverträge nach dem Auslaufen staatlicher Förderungen je nach Region um 40 bis 120 Prozent steigen.
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Hintergrund ist das von US-Präsident Donald Trump unterzeichnete Gesetzespaket «One Big Beautiful Bill». Für Solar- und Windkraftprojekte, deren Bau nach dem 4. Juli beginnt, entfallen Steuervergünstigungen aus der Amtszeit von Präsident Joe Biden. Diese hatten bislang rund 30 Prozent der Projektkosten gedeckt und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt.
Gleichzeitig steigt die Stromnachfrage stark an. Vor allem der Ausbau von Rechenzentren für Anwendungen der künstlichen Intelligenz sorgt für zusätzlichen Bedarf. Unternehmen wie Meta und Google zählen laut Bloomberg NEF zu den weltweit grössten Käufern von Verträgen für erneuerbare Energien.
Nach Einschätzung von Level Ten dürfte das Angebot an förderfähigen Projekten rasch ausgeschöpft sein. Danach würden Entwickler bei Preisverhandlungen eine deutlich stärkere Position einnehmen. Zusätzlich verteuern gestiegene Material-, Arbeits- und Finanzierungskosten sowie lange Wartezeiten beim Netzanschluss neue Projekte.
Vertreter der Industrie warnen, finanzstarke Betreiber grosser Rechenzentren könnten andere Unternehmen zunehmend aus dem Markt drängen, da sie bereit seien, deutlich höhere Preise für Grünstrom zu bezahlen.