Der rasante Ausbau von KI-Rechenzentren löst in der Schweiz eine Debatte über Stromverbrauch, Trinkwasser und Infrastruktur aus. Anlass ist unter anderem ein geplantes Rechenzentrum des US-Unternehmens Stack Infrastructure in Beringen SH, gegen das Aktivisten protestieren. Das Projekt und die wachsende Zahl solcher Anlagen werfen Fragen zur Energieversorgung und zu den Bewilligungsverfahren auf. Darüber berichtet Infosperber unter Berufung auf Daten von SRF, AlgorithmWatch und einer Studie des Bundesamts für Energie (BFE).
Martin Ruetschi/Keystone
Die Anlage in Beringen soll eine Leistung von 36 Megawatt erreichen und laut SRF dereinst rund drei Viertel des Stroms verbrauchen, den der gesamte Kanton Schaffhausen im Jahr 2022 benötigte. Bewilligt wurden zudem bis zu 55.000 Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr zur Kühlung der Server. An heissen Tagen könnte der Wasserbedarf besonders hoch ausfallen, während gleichzeitig die verfügbaren Wasserreserven sinken.
Nach Angaben des BFE und des Energieexperten Adrian Altenburger verbrauchten Schweizer Rechenzentren 2024 rund 2,1 Terawattstunden Strom. Ihr Anteil am gesamten Stromverbrauch könnte bis 2030 auf bis zu 15 Prozent steigen. Damit würden Rechenzentren zu den grössten Stromverbrauchern des Landes zählen. Gleichzeitig weist AlgorithmWatch darauf hin, dass für solche Anlagen bislang keine obligatorische Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben ist.
Der Bundesrat räumte bereits 2025 ein, dass der Strombedarf von KI-Anwendungen in der Schweiz nur unzureichend erfasst werde. Während Politiker nationale Vorgaben für Strom-, Wasser- und Abwärmenutzung fordern, verweisen andere auf die Zuständigkeit der Kantone. Mit dem weiteren Ausbau von KI-Rechenzentren dürfte die Debatte über deren Auswirkungen auf Energieversorgung und Ressourcenverbrauch an Bedeutung gewinnen.