Die Mehrheit im Berner Bundeshaus will, dass die Schweiz näher an die EU rückt und auch deren Aussenpolitik mitträgt. Exemplarisch zeigt sich dies an der Übernahme der Sanktionen gegen Russland. Einen anderen Weg beschreitet Kasachstan: Das zentralasiatische Land pflegt enge Beziehungen zu Russland und China, hält aber ebenso Kontakt zu Europa und den USA. Weltwoche-Wirtschaftschef Marcel Odermatt hat Kasachstan besucht und mit dem Politologen Manarbek Kabaziyev in der Hauptstadt Astana über die Strategie eines Staats gesprochen, der sich keinem Lager unterordnen will. Sein Credo: «Wir wollen nicht Teil der geopolitischen Konkurrenz anderer sein. Wir wollen die Veränderungen im internationalen System für unsere eigene Entwicklung nutzen.» Seite 16
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Die Psychoanalytikerin Jeannette Fischer sieht in der Angst kein Schutzgefühl, sondern ein Machtinstrument – geschürt von Politik und Medien, die im Opfer-Täter-Diskurs Feindbilder produzieren. Corona, Krieg, Wokeness: überall dieselbe Dynamik, sagt sie im Gespräch mit Roman Zeller. Am Ende entmündigt diese Angst die Bürger, manipuliert sie und bereitet sie auf den Krieg vor. Warum sich Menschen solche Ängste überhaupt gefallen lassen und wie man sich am besten davor schützt: Seite 20
Mit der «Odyssee» hat uns Homer eine Ode an die Heimat geschenkt. Nicht der Kampf gegen Zyklop, Sirenen und Ungeheuer, wie ihn Christopher Nolan im aktuellen Kinothriller actionreich inszeniert, erschütterte den «göttergleichen» Helden. Es ist die Sehnsucht nach dem Zuhause, die ihn zu bitteren Tränen rührte. Urs Gehriger ist mit dem Schiff nach Odysseus’ Heimat Ithaka aufgebrochen, dem Ort, wo das grösste Drama der Menschheit begann, um dem Geheimnis der Nostalgie – des Heimwehs — auf die Spur zu kommen. Seite 24
Der Begriff «Frauenliteratur» hatte einst einen emanzipatorischen Charakter. Mit Themen wie Familie und Frauenalltag schrieben sich Schriftstellerinnen in die männlich dominierte Literaturgeschichte ein. Heute ist Frauenliteratur ein neues Genre, das den Spagat zwischen ernster und Unterhaltungsliteratur versucht. Vermarktet wird es als «Upmarket Fiction» – Wohlfühl-Literatur mit einem Hauch von Tiefgang. Autorinnen wie Caroline Wahl und Hannah Häffner kommen damit spielend in die Bestsellerlisten. Ihre Bücher werden von den Verlagen offensiv beworben, feiern Triumphe auf Booktok und erobern die Massen. Kommerziell geht die Rechnung auf, literarisch nicht, schreibt Peter Henning. Seite 38
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