Bundeskanzler Friedrich Merz will nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn die Nachfolge zügig regeln und schliesst einen Umbau der Bundesregierung nicht aus. Im ZDF-«Sommerinterview» erklärte Merz, die gegenwärtige Situation könne eine Gelegenheit sein, «noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken». Zugleich betonte er, dies geschehe derzeit im Konjunktiv.
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Kanzleramtschef Thorsten Frei gilt als aussichtsreicher Kandidat für den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Sollte Frei das Amt übernehmen, wäre eine Kabinettsumbildung erforderlich. Merz führte dazu am Wochenende Gespräche mit CSU-Chef Markus Söder, der gemeinsam mit ihm das Vorschlagsrecht für den Fraktionsvorsitz hat. Bis zu seinen Ferien Ende Juli will der Kanzler die Personalfrage geklärt haben.
Auslöser des Rücktritts war die Kritik an Spahn, nachdem er und sein Ehemann Daniel Funke die Geburt ihres Sohnes durch eine Leihmutter in den USA bekanntgegeben hatten. Spahn erklärte in einem Schreiben an die Unionsfraktion: «Eines ist mir in den letzten Tagen immer klarer geworden: Meine Familie ist mir das Wichtigste.»
Als weitere mögliche Kandidaten für den Fraktionsvorsitz werden CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sowie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt genannt. Am Montag will sich zunächst das CDU-Präsidium mit der Nachfolge befassen. Anschliessend muss die CDU/CSU-Fraktion über einen Vorschlag von Merz und Söder entscheiden.