Italien hat dem ehemaligen ukrainischen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow einen Beraterposten angeboten. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf Aussagen des italienischen Verteidigungsministers Guido Crosetto gegenüber der Zeitung La Repubblica.
Crosetto erklärte, er habe Fedorow einen Tag nach dessen Entlassung durch Präsident Wolodymyr Selenskyj angerufen und gefragt: «Wann möchtest du nach Rom kommen, um als Berater mit mir zusammenzuarbeiten?» Zu einer konkreten Vereinbarung sei es jedoch nicht gekommen. «Er war gerührt und hat verstanden, dass dies ein Zeichen meiner Wertschätzung und Freundschaft war», sagte Crosetto.
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Der italienische Verteidigungsminister bezeichnete Fedorow als aussergewöhnlich innovativen Politiker. Im Krieg habe dieser «die Spielregeln auf dem Schlachtfeld komplett auf den Kopf gestellt». Viele der Herausforderungen, mit denen Fedorow in der Ukraine konfrontiert gewesen sei, gebe es auch in Italien, Deutschland und Frankreich. Widerstand gegen Veränderungen dürfe Innovationen nicht ausbremsen.
Crosetto gehört der Regierungspartei Fratelli d’Italia von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni an und bekräftigte zugleich die Unterstützung Italiens für die Ukraine. Er kündigte weitere Waffenlieferungen an.
Fedorow war nach nur sechs Monaten als ukrainischer Verteidigungsminister zurückgetreten. Seine Ablösung durch Präsident Selenskyj löste in der Ukraine Proteste aus. Der 35-Jährige galt als treibende Kraft hinter der Modernisierung der Streitkräfte und dem Ausbau der Drohnenkriegsführung. Mit ihm verlor die Ukraine bereits den vierten Verteidigungsminister seit Beginn des russischen Angriffskriegs.