Der Komiker und Moderator Hape Kerkeling kann sich grundsätzlich vorstellen, für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren. In einem Podcast zum Leipziger Christopher Street Day (CSD) sagte der 61-Jährige auf die Frage nach einer möglichen Kandidatur: «Wenn ich so in die Welt schaue und mir angucke, wer in der Welt in führenden Positionen das Sagen hat, dann bin ich geneigt zu sagen: Ja, das traue ich mir zu.» Mit Blick auf die politische Entwicklung in Ländern wie den USA, Bulgarien oder der Slowakei fügte er hinzu, man sei «fast gezwungen», sich eine solche Aufgabe zuzutrauen.
Sebastian Christoph Gollnow/DPA/Keystone
Die Äusserungen erfolgen vor dem Hintergrund einer Petition auf der Plattform Campact, die sich für eine Kandidatur Kerkelings zum Bundespräsidenten einsetzt. Nach Angaben der Initiatoren haben bereits mehr als 50.000 Menschen die Petition unterzeichnet. Vorgeschlagen wird Kerkeling als «überparteilicher Kandidat» der demokratischen Parteien. Die Petition richtet sich an die Fraktionsvorsitzenden aller Bundestagsparteien mit Ausnahme der AfD.
Im Podcast begründete Kerkeling sein stärkeres politisches Engagement mit dem zunehmend rauen Ton in gesellschaftlichen Debatten. «Theoretisch wurde ich im Netz schon gelyncht für all das, was ich gesagt habe», erklärte er. In den sozialen Medien tobe ein «Stellvertreterbürgerkrieg», der glücklicherweise noch nicht auf den Strassen ausgetragen werde.
Die Wahl des nächsten Bundespräsidenten findet am 30. Januar 2027 statt. Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier kann nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. In den Parteien hat die Diskussion über mögliche Nachfolger bereits begonnen. Unterstützung erhielt Kerkeling zuletzt von der Co-Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, Heidi Reichinnek. Gegenüber dem MDR bezeichnete sie den Entertainer als einen «gut geeigneten Vorschlag» für das höchste Staatsamt.