Israel und die Hisbollah haben sich nach Angaben eines US-Regierungsvertreters auf eine Waffenruhe im Libanon geeinigt. Die Feuerpause trat am Freitag um 16 Uhr Ortszeit in Kraft. Nach seinen Angaben vermittelten die USA und Katar mit Unterstützung des Iran die Vereinbarung.
Leo Correa/AP/Keystone
Zuvor hatten neue Kämpfe im Libanon die für Freitag geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz scheitern lassen. Die Verhandlungen sollten eine weitere Umsetzung des angekündigten Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran vorbereiten. Die Gespräche wurden jedoch abgesagt, nachdem die Gefechte im Libanon erneut eskaliert waren.
Nach Angaben des US-Regierungsvertreters wurden bei den Kämpfen achtzehn Menschen durch Luftangriffe getötet. Zudem kamen vier israelische Soldaten bei Angriffen der Hisbollah ums Leben. Die Lage im Libanon gilt als wichtiger Bestandteil der weiteren Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Ein Ende der Kämpfe im Libanon wird nach Angaben der Verhandlungspartner als Voraussetzung für eine umfassendere Vereinbarung im Nahen Osten angesehen.
Ein ranghoher Hisbollah-Abgeordneter erklärte, der Iran habe der Miliz mitgeteilt, dass Gespräche mit den USA ohne eine umfassende Waffenruhe nicht fortgesetzt werden könnten. Der Sprecher des iranischen Aussenministeriums äusserte sich nicht zu den abgesagten Verhandlungen, machte jedoch die USA für die israelischen Angriffe im Libanon mitverantwortlich. Teheran werde «alle notwendigen Massnahmen» ergreifen, um seine Interessen zu schützen.