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Interne Chats belasten Linksjugend: Führende Mitglieder verherrlichen Stalin und relativieren DDR-Verbrechen

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Interne Chats belasten Linksjugend: Führende Mitglieder verherrlichen Stalin und relativieren DDR-Verbrechen
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Führende Mitglieder der Linksjugend Solid haben in internen Chats und öffentlichen Äusserungen den sowjetischen Diktator Josef Stalin positiv dargestellt und die Mauertoten der DDR relativiert. Das geht aus Recherchen des Bayerischen Rundfunks (BR) hervor. Demnach sollen Vertreter des inzwischen aufgelösten Bundesarbeitskreises Agitationspropaganda (BAK Agitpropaganda) erklärt haben, Stalin habe die «Modernisierung vorangebracht» und «Kapitalisten bestraft». Auf die Millionen Opfer des stalinistischen Terrors angesprochen, verwiesen sie auf angebliche Errungenschaften des «Realsozialismus». Zu den Mauertoten der DDR hiess es: «Die Revolution fordert Opfer.»

Imago
Fridays-for-Future-Demo mit Fahnen der Linksjugend Solid in Berlin (Symbolbild)
Imago

Im Zentrum der Vorwürfe steht der BAK Agitpropaganda, der sich Anfang Juni aufgelöst hat. Nach Angaben des BR schrieb ein Landessprecher der Linksjugend Hamburg in internen Foren unter anderem «Lang lebe Stalin!» und «Lang lebe Honecker». Auf einem Bundeskongress der Jugendorganisation wurde zudem das Staatswappen der DDR präsentiert. Auf der Website der Linksjugend hatte es zuvor geheissen, der Arbeitskreis solle junge Menschen «radikalisieren».

Die Recherchen werfen darüber hinaus Fragen zum Umgang der Organisation mit dem Nahostkonflikt auf. Laut BR soll Bundessprecher Limes Schäfer in einer internen Chatgruppe geschrieben haben, es sei «wirklich peinlich», die Hamas als «islamistisch» zu bezeichnen. Mehrere Mitglieder der Jugendorganisation beteiligten sich zudem an einer propalästinensischen Demonstration, die vom Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitee organisiert worden war. Nach Angaben des Verfassungsschutzes wird diese Organisation auch von Hamas-Anhängern genutzt.

Die Bundessprecher der Linksjugend kündigten gegenüber dem BR an, die Vorwürfe intern zu prüfen. Zugleich distanzierten sie sich von stalinistischen und maoistischen Ideologien. Die DDR lehne man wegen fehlender Demokratie und politischer Repressionen ab. Die Linksjugend zählt nach eigenen Angaben inzwischen rund 14.300 Mitglieder und hat ihre Mitgliederzahl seit 2024 nahezu verdoppelt.

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