Deutschland belegt bei Zukunftsinvestitionen den letzten Platz unter den grossen Volkswirtschaften. Das geht aus einer Analyse des McKinsey Global Institute hervor, die 34 Industrie- und Schwellenländer miteinander vergleicht. Demnach fliesst hierzulande kaum noch Geld in neue Fabriken, moderne Anlagen oder andere Projekte, die künftiges Wachstum ermöglichen. Deutschland erneuert zwar noch Maschinen, Gebäude und Anlagen, schafft aber kaum noch zusätzliche wirtschaftliche Substanz.
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McKinsey beziffert die sogenannten produktiven Nettoinvestitionen in Deutschland für 2024 auf nur noch 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. «Deutschlands Wirtschaft baut kaum noch zusätzliche Produktionskapazität auf», bilanziert das Institut. Seit der Finanzkrise 2008 seien die Zukunftsinvestitionen von rund 2 Prozent der Wirtschaftsleistung auf den heutigen Tiefstand gefallen. China kommt in der Analyse auf 23 Prozent, die USA auf 4 Prozent, die EU insgesamt auf 2 Prozent. Deutschland liegt damit praktisch bei null.
Als Hauptgrund nennt die Studie die hohen Kosten am Standort Deutschland. Neue Projekte seien hier je nach Branche 40 bis 250 Prozent teurer als am jeweils günstigsten Vergleichsstandort. Untersucht wurden unter anderem Chemie, Stahl, Batterien, Halbleiter, Pharma, Rechenzentren sowie die Entwicklung neuer Autos und Biotech-Produkte. Besonders stark fallen laut McKinsey Arbeitskosten ins Gewicht, wenn sie nicht durch höhere Produktivität ausgeglichen werden. Hinzu kommen teure Energie, lange Entwicklungszeiten und langsame Genehmigungen. Studienautor Jan Mischke sagt: «Deutschland will mehr Wachstum, dafür braucht es höhere Nettoinvestitionen, mehr Innovationen, mehr Produktivität und eine höhere Geschwindigkeit bei Genehmigungen.» Ohne Trendwende drohe Deutschland weiter zurückzufallen.