Deutschlands Aussenminister Johann Wadephul hat bei seinem Besuch in Washington die enge Partnerschaft mit den USA als unverzichtbar bezeichnet und für eine Vertiefung der transatlantischen Beziehungen geworben. Nach einem Treffen mit US-Aussenminister Marco Rubio erklärte der CDU-Politiker, die Zusammenarbeit beider Länder bleibe «gerade in Zeiten tiefgreifender Umbrüche unverzichtbar», berichtet die Welt. Zugleich räumte er ein, dass es «Irritationen im transatlantischen Verhältnis» gebe. «In mir finden Sie jemanden, der für diese Partnerschaft kämpft», sagte Wadephul.
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Der Aussenminister verwies auf die Vielzahl internationaler Krisen, die sowohl die Weltwirtschaft als auch die Beziehungen zwischen Verbündeten belasteten. Gerade deshalb komme es darauf an, gemeinsame Antworten auf gegenwärtige Herausforderungen zu finden. Trotz unterschiedlicher Positionen in einzelnen Fragen bleibe die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten für Deutschlands Sicherheit, wirtschaftlichen Wohlstand und die gemeinsamen Werte von grundlegender Bedeutung.
Das Treffen fand wenige Tage vor dem Nato-Gipfel in Ankara statt, bei dem insbesondere die Rolle der USA innerhalb des Bündnisses im Mittelpunkt stehen dürfte. US-Präsident Donald Trump hatte europäischen Verbündeten zuletzt mangelnde Unterstützung vorgeworfen und die amerikanischen Sicherheitsgarantien indirekt in Frage gestellt. Wadephul zeigte sich dagegen überzeugt, dass Washington sein sicherheitspolitisches Engagement in Europa fortsetzen werde.
Breiten Raum nahm auch die Lage im Nahen Osten ein. Nach Angaben Wadephuls bestätigte Rubio, dass sich die USA und der Iran nach der vereinbarten Waffenruhe auf eine Fortsetzung diplomatischer Gespräche verständigt hätten. Weitere Verhandlungen sollen am Dienstag in Doha stattfinden. Zugleich warnte der deutsche Aussenminister, die Lage bleibe fragil. Der Iran scheine weiterhin bereit zu sein, die Spannungen erneut zu verschärfen.
Nach Angaben Wadephuls sprachen beide Minister zudem über die Sicherheit der Strasse von Hormus. Deutschland sei grundsätzlich bereit, sich mit einem bereits in der Region stationierten Minenjagdboot an einer möglichen Räumung von Seeminen zu beteiligen. Ein solcher Einsatz könne jedoch nur mit Zustimmung der betroffenen Anrainerstaaten, insbesondere des Oman und des Iran, erfolgen. Im Anschluss an seinen Washington-Besuch reist Wadephul zum Gipfel der Mercosur-Staaten nach Paraguay.