Podcaster Benjamin Berndt will sich gegen Forderungen der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen juristisch zur Wehr setzen. Sollte die Behörde verlangen, dass Folgen seines Podcasts nachträglich geändert oder weitere Inhalte überprüft werden, werde er «sämtliche juristischen Möglichkeiten nutzen» und «im Zweifel auch bis zum Bundesgerichtshof» gehen. Dies sagte Berndt der Deutschen Presse-Agentur.
Hintergrund ist ein Interview mit dem Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke. Die Landesmedienanstalt beanstandet Aussagen Höckes zur verbotenen SA-Parole «Alles für Deutschland» und regte an, die entsprechende Passage nachträglich einzuordnen. Zunächst wurde Berndt um eine Stellungnahme gebeten.
Ein Sprecher der Behörde erklärte gegenüber der dpa, es gehe «nicht um die Frage, ob eine Meinung zulässig ist oder nicht, sondern um die Einhaltung journalistischer Standards im Umgang mit solchen Äusserungen».
Berndt kündigte an, die Podcast-Folge nicht zu verändern. Er bestreitet, dass sein Format journalistischen Sorgfaltspflichten unterliege. «Es kann nicht sein, dass ich oder andere Podcaster und Youtuber mit Gesprächsformaten in Sippenhaft genommen werden für das, was mir mein Gast vor dem Mikrofon erzählt», sagte er.
Die Landesmedienanstalt widerspricht dieser Auffassung. Wer Themen auswähle, Gespräche führe, Rückfragen stelle sowie Inhalte aufbereite und präsentiere, gestalte ein journalistisch-redaktionelles Angebot – unabhängig davon, ob er sich selbst als Journalist verstehe. Berndt bezeichnet sich hingegen als Gastgeber. Er wolle Gespräche führen «wie wenn man sich auf einen Kaffee trifft» und Menschen möglichst unverstellt kennenlernen.