Plug-in-Hybridfahrzeuge verbrauchen im Alltag häufig mehr Strom und Treibstoff als offiziell angegeben. Zu diesem Ergebnis kommen zwei vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) geförderte Studien der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa). Entscheidend seien vor allem das Ladeverhalten, die Fahrweise sowie Faktoren wie Aussentemperatur und Fahrzeuggewicht.
Robert Ghement/EPA/Keystone
Laut der Empa können Plug-in-Hybride kurze Strecken emissionsarm elektrisch zurücklegen und für längere Fahrten auf einen Verbrennungsmotor zurückgreifen. Wird die Batterie jedoch nicht regelmässig geladen, steige der Treibstoffverbrauch deutlich. Durch das zusätzliche Gewicht von Batterie und Elektromotor könne der Verbrauch sogar über jenem eines vergleichbaren Benzinfahrzeugs liegen.
Für die Untersuchung testeten die Forschenden zwölf aktuelle Plug-in-Hybridmodelle auf einem Rollenprüfstand. Gemessen wurden unter anderem elektrische Reichweite, Strom- und Treibstoffverbrauch sowie CO₂- und Schadstoffemissionen bei unterschiedlichen Temperaturen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Plug-in-Hybride unter idealen Bedingungen lange rein elektrisch fahren und entsprechend geringe Emissionen verursachen. Im Alltagsbetrieb verkürzen jedoch tiefe Temperaturen, der Einsatz der Heizung und eine dynamische Fahrweise die elektrische Reichweite deutlich. Dadurch springt der Verbrennungsmotor früher und häufiger an, was den Treibstoffverbrauch sowie die CO₂- und Schadstoffemissionen teils erheblich erhöht.