Heidi Reichinnek spricht in einem aktuellen Interview mit dem Stern mal wieder vom «demokratischen Sozialismus». Darauf angesprochen, dass der Sozialismus in der Vergangenheit nicht funktioniert habe, erklärt Reichinnek, dass das, was es in der DDR gab, kein Sozialismus gewesen sei. Zumindest nicht so, wie ihn sich ihre Partei vorstellt.
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Das Problem ist dabei weniger, dass es Menschen wie Reichinnek gibt, die immer noch der Utopie eines «demokratischen Sozialismus» anhängen, sondern vielmehr, dass so jemand in der Bevölkerung anschlussfähig ist und sogar zeitweise das Ranking der beliebtesten Politikerinnen im Land anführen kann.
Einmal mehr zeigt sich, wie sehr das deutsche Bildungssystem versagt, wenn es um die Aufarbeitung des historischen Scheiterns des Sozialismus geht. Dabei wäre es so wichtig, diesem gefährlichen Blödsinn vom «demokratischen Sozialismus» in solchen Momenten gute Argumente entgegenzusetzen.
Kurzum: Es gibt keinen «demokratischen Sozialismus» und es wird ihn auch nie geben. Es gab ihn nicht in der DDR, nicht in Nordkorea, nicht in Venezuela. Nirgends. Es wird ihn nicht mit Sahra Wagenknecht geben und auch nicht mit Heidi Reichinnek. Nicht, weil die Sozialisten von damals etwas anderes im Sinn hatten, nicht, weil ich Reichinnek und Co. ernsthaft bösartige Absichten unterstelle, sondern, weil es ein systemimmanenter Determinismus ist.
Anders gesagt: Ein sozialistisches System, das von einer objektiven Wahrheit von Gerechtigkeit in Moral und Verteilung ausgeht, wird immer in Unterdrückung und Totalitarismus enden. Weil der Mensch unterschiedlich ist und nicht gleich. In seinen Fähigkeiten, in seinen Ansichten. Und weil nur die liberale Gesellschaftsordnung dieser Unterschiedlichkeit Rechnung trägt. Weil nur der freie Markt dazu imstande ist, Angebot und Nachfrage, Arbeitskraft und Ressourcen optimal zu verwalten. Weil der Versuch, wirtschaftliche Abläufe staatlich zu steuern, immer darin endet, dass man fünfzehn Jahre auf ein Auto von minderer Qualität warten muss.
Man kann Freiheit und Wohlstand oder Sozialismus haben. Beides geht nicht. Und weil sich der Mensch früher oder später immer für Freiheit und Wohlstand und gegen die sozialistische Gleichmacherei und Mangelwirtschaft entscheidet, kann er nur mit Repression und Gewalt in diesem System gehalten werden. Wer Sozialismus fordert, muss am Ende wieder auf Flüchtlinge schiessen. Nur eben auf die, die raus und nicht rein wollen. Nein, Reichinneks Partei stellt sich keinen anderen Sozialismus vor. Sie hängt lediglich dem Irrglauben an, dass dieselben Forderungen heute zu anderen Ergebnissen führen würden. Das ist ein gefährlicher Trugschluss, der jedem klar machen sollte, dass Linke weder progressiv noch sonderlich intelligent sind.
Aber wie sagte schon Friedrich August von Hayek einst so schön: «Wenn Sozialisten Ahnung von Wirtschaft hätten, wären sie keine Sozialisten.»