Russland hat in der Nacht auf Donnerstag den schwersten Luftangriff seit Wochen auf Kiew und weitere Städte der Ukraine durchgeführt. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Moskau insgesamt 74 Raketen sowie 496 Drohnen ein, berichtet die Financial Times. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von mindestens dreizehn Toten und mehr als achtzig Verletzten allein in der Hauptstadt. Zahlreiche Wohnhäuser wurden beschädigt, ein neunstöckiges Gebäude teilweise zerstört, mehrere Brände brachen aus.
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Die ukrainische Luftwaffe erklärte, ihre Flugabwehr habe 48 Raketen und 476 Drohnen abgefangen. Zum russischen Arsenal gehörten demnach unter anderem ballistische Iskander-Raketen, Marschflugkörper vom Typ Ch-101 und Kalibr sowie Tsirkon-Hyperschallraketen. Rettungskräfte suchten am Donnerstagmorgen weiter nach Verschütteten.
Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits am Vorabend vor einem bevorstehenden Grossangriff gewarnt. Russland bereite seit geraumer Zeit einen «massiven Schlag» gegen die Ukraine vor, sagte er zum Abschluss eines Besuchs in Irland. Die Bevölkerung rief er auf, Luftalarm ernst zu nehmen und Schutzräume aufzusuchen.
Der Angriff erfolgte vor dem Hintergrund einer anhaltenden Eskalation des Luftkriegs. Russland kombiniert zunehmend ballistische Raketen mit grossangelegten Drohnenschwärmen und nutzt dabei den Mangel der Ukraine an westlichen Patriot-Flugabwehrsystemen aus. Kiew fordert seit Monaten zusätzliche Systeme und Abfangraketen von seinen Verbündeten.