Athen zieht die Notbremse: Wegen des starken Anstiegs illegaler Überfahrten aus Nordafrika setzt die griechische Regierung sämtliche Asylanträge für Migranten aus dieser Region aus, berichtet die Bild-Zeitung. Statt Aufnahmeverfahren droht künftig die sofortige Inhaftierung. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis kündigte vor dem Parlament den Bau eines speziellen Haftzentrums auf Kreta an.
Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
«Wer illegal ins Land einreist, wird inhaftiert», erklärte Mitsotakis. Das Land registrierte seit Jahresbeginn bereits über 7300 Ankünfte allein auf den Inseln Kreta und Gavdos – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Sollte der Zustrom anhalten, will die Regierung ein zweites Zentrum errichten.
Die Massnahme sei «eine notwendige vorübergehende Reaktion», so Mitsotakis, der Gespräche mit der libyschen Regierung und rivalisierenden Kräften über eine Eindämmung der Überfahrten bestätigte. Zur Not stehe auch das Militär bereit, um den Start der Boote zu verhindern.
Aus Deutschland kommt Rückendeckung: CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer sprach gegenüber Bild von einem «Hilferuf aus Athen» und lobte die Entscheidung als Beleg für den europäischen Handlungsdruck in der Migrationspolitik. Auch die Bundespolizeigewerkschaft zeigt Verständnis: «Das ist ein konsequenter Schritt», so Vizechef Manuel Ostermann, der die Initiative als Reaktion auf die verschärfte deutsche Migrationspolitik sieht.