Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

«Gefahr der parteipolitischen Versteinerung»: Ex-Präsident des Bundesverfassungsgerichts fordert 3- statt 5-Prozent-Hürde für den Einzug in den Bundestag

Anhören ( 1 min )
KI-Stimme
«Gefahr der parteipolitischen Versteinerung»: Ex-Präsident des Bundesverfassungsgerichts fordert 3- statt 5-Prozent-Hürde für den Einzug in den Bundestag
«Gefahr der parteipolitischen Versteinerung»: Ex-Präsident des Bundesverfassungsgerichts fordert 3- statt 5-Prozent-Hürde für den Einzug in den Bundestag
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier spricht sich dafür aus, die Hürde für den Einzug in den Bundestag von 5 auf 3 Prozent der Stimmen zu senken. Nach der heutigen Regelung erhalten Parteien mit weniger als 5 Prozent der Stimmen keine Sitze im Parlament. So scheiterte bei der Bundestagswahl 2025 auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) trotz eines knappen Ergebnisses am Einzug in den Bundestag. Im Gespräch mit dem Tagesspiegel bezeichnete Papier die geltende 5-Prozent-Hürde als «nicht mehr zeitgemäss».

WINFRIED ROTHERMEL / KEYSTONE
Hans-Juergen Papier (Mitte) mit Richtern des Bundesverfassungsgerichts
WINFRIED ROTHERMEL / KEYSTONE

Der Jurist begründet seinen Vorstoss mit dem Grundsatz der Wahlrechtsgleichheit. Bei den Europawahlen habe das Bundesverfassungsgericht Sperrklauseln als verfassungswidrig eingestuft. Deshalb müsse geprüft werden, ob die deutlich strengere Regel für Bundestags- und Landtagswahlen heute noch gerechtfertigt sei.

Nach Angaben Papiers blieben bei der Bundestagswahl 2025 rund 6,8 Millionen von insgesamt 49,6 Millionen gültigen Zweitstimmen ohne Wirkung, weil sie auf Parteien unterhalb der 5-Prozent-Hürde entfielen. «Damit war fast jede siebte Zweitstimme wertlos», sagte er. Er bezweifelt, dass dies notwendig sei, um einen handlungsfähigen Bundestag und eine stabile Regierung zu sichern.

Grundsätzlich hält Papier eine Mindesthürde für zulässig, weil sie eine Zersplitterung des Parlaments verhindern könne. Die derzeitige 5-Prozent-Hürde erschwere es jedoch neuen Parteien, sich dauerhaft zu etablieren. Er warnt deshalb vor einer «Gefahr der parteipolitischen Versteinerung». Eine 3-Prozent-Hürde würde nach seiner Einschätzung mehr Wähler im Parlament vertreten, den Bundestag vielfältiger machen und das Vertrauen in die Demokratie stärken. «Konkurrenz belebt das politische Geschäft», sagte Papier.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 04.08.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.