Der Zürcher Ständerat und Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch warnt vor einer Rückkehr der moralischen Bevormundung durch das Recht. Nachdem die 68er-Generation die alten Moralvorschriften aufgebrochen habe, ziehe man die Schrauben heute wieder an: «Man hat wieder begonnen, die Leute moralisch mit dem Recht erziehen zu wollen. Und das führt dazu, dass man überhaupt nichts mehr sagen darf.»
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Es sei dieselbe Generation, die einst für Freiheit gekämpft habe: «Diejenigen, die Linken, die damals 68 diese Moralkeule aufgebrochen haben, sind jetzt die, die sie wieder zumachen.» Man müsse heute «unglaublich aufpassen», wie man sich äussere, sonst folge sofort ein Skandal.
Als Beispiel nennt Jositsch einen abgesagten Vortrag einer Biologin mit dem Titel «Warum es in der Natur nur zwei Geschlechter gibt», der nach Protesten nicht stattfinden konnte: «Wenn man noch nicht einmal mehr als Biologe über die Frage nachdenken darf, dann sind wir an einem Punkt gekommen, wo es schwierig wird.»
Gleichen Kreisen wirft er einen Widerspruch vor: Zuerst forderten sie Toleranz, doch «wenn man diese Toleranz dann hat in der Gesellschaft, dann werden die anderen zu intolerant».
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