Man hat ihn zwar nicht danach gefragt, und er würde wohl nicht antworten, aber man kann vermuten, wer Friedrich Merz’ grosses politisches Vorbild ist: Donald Trump.
So wie vom US-Präsidenten prallt auch vom Kanzler Kritik ab. So wie Trump hält sich auch Merz für einzigartig.
Noch keine hundert Tage im Amt, verkündete er stolz, er führe die beste Bundesregierung «seit Jahrzehnten».
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Gut, Trump hätte wahrscheinlich gesagt, er sei der beste Präsident seit George Washington. Aber da die Bundesrepublik erst seit einigen Jahrzehnten existiert, kommt das auch bei Merz hin.
Eher wortkarg freilich absolvierte der Kanzler die Pressekonferenz vor der Sommerpause. Letztlich lief es auf die Aufforderung eines Polizisten hinaus: «Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.»
Denn bei ihm, dem Bundeskanzler, ist ja alles in guten Händen. Hatte ihm nicht sogar Bayern-Spezi Söder die Note 2+ gegeben?
Das war Freundeslob, was nach Ansicht des Volksmundes hinkt. Eigenlob hingegen stinkt.
Klingen tut nur fremdes Lob, was in der Politik der Wähler ist. Da hapert es. Gerade mal jeder Dritte findet Merz gut – weniger als beim Amtsantritt vor nicht einmal hundert Tagen. So schnell ist noch kein Kanzler abgestürzt. Auch ein Rekord.