Das sass: Mit seinen Angriffen auf die iranischen Atomanlagen und militärische Infrastruktur mache Israel die «Drecksarbeit» für uns alle, so Friedrich Merz am Rande des G-7-Gipfels in Kanada. Und der Bundeskanzler ergänzte: «Ich kann nur sagen, grössten Respekt davor, dass die israelische Armee, die israelische Staatsführung den Mut dazu gehabt hat, das zu machen.»
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Empörung kam von den üblichen Verdächtigen: Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner echauffierte sich über die «offene Verachtung des Kanzlers für das Völkerrecht und offenbar auch für die Opfer dieses Krieges». Und SPD-Aussenpolitiker Ralf Stegner fand Merz’ Äusserungen «mehr als befremdlich».
Dabei hatte Merz nur die Wahrheit gesagt. Endlich. Denn seit Jahrzehnten ergeht sich die westliche Diplomatie, insbesondere die deutsche, in Heuchelei. Während man hierzulande Hunderte Kilometer entfernt vom Geschehen über Verständigung, Dialog und Diplomatie mit dem Mullah-Regime in Teheran philosophiert, machen die Israelis tatsächlich für uns die Drecksarbeit – jeden Tag.
Bemerkenswert an Merz’ Äusserung war dabei nicht nur die Offenheit, mit der er darauf hinwies, dass Israel täglich die Todfeinde des Westens bekämpfe, während man in Europa pikiert im Völkerrecht blättert. Interessant war auch seine Wortwahl. Denn was Israel macht, ist tatsächlich die Drecksarbeit, für die man sich in Europa zu fein ist, von der wir aber alle profitieren.
Seit Jahrzehnten arbeitet das theokratische System in Teheran an Atomwaffen, die es niemals erhalten darf. Die Methoden, mit denen man den Bau iranischer Atomwaffen allein unterbinden kann, sind naturgemäss nicht immer sauber. Doch in Israel ist man entschlossen, sich zur Not auch die Hände schmutzig zu machen. Und wir alle profitieren davon. Respekt für Friedrich Merz, dies endlich mal deutlich gesagt zu haben.