Bundeskanzler Friedrich Merz hat kurz vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl die Sozialreformen seiner Regierung verteidigt und zugleich ein aus seiner Sicht zu negatives Bild Deutschlands zurückgewiesen. Bei einer CDU-Wahlkampfveranstaltung in Berlin sagte Merz: «Das kann doch nicht das Deutschland sein, das ich so häufig in den Medien sehe, von diesen ganzen Problemen.» Dies berichtet die Zeitung Die Welt.
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Der Kanzler räumte Schwierigkeiten ausdrücklich ein: «Ja, wir haben Probleme in Deutschland. Ja, wir wollen die Probleme lösen.» Die Koalition aus Union und SPD hole bei den sozialen Sicherungssystemen nach, «was wir längst hätten machen müssen». Im Zentrum stehe die Frage, welche wirtschaftlichen und sozialen Perspektiven die jüngere Generation noch habe. Die geplante Rentenreform nehme «niemandem etwas weg», sondern solle neben dem Umlagesystem einen Kapitalstock aufbauen. Auch Kranken- und Pflegeversicherung sowie Arbeitsmarkt sollen reformiert werden.
Als Gegenbild zur Krisenstimmung verwies Merz auf die Gründerszene. 2025 seien in Deutschland mehr als 3500 Start-ups entstanden, 30 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie. Im ersten Halbjahr 2026 seien bereits rund 3000 weitere Gründungen hinzugekommen. Diese Zahlen hatte Merz bereits im Juni im Bundestag genannt. Berlin bezeichnete er nun als «KI-Hauptstadt» und «Start-up-Hauptstadt» Deutschlands.
Auch wirtschaftlich sieht der Kanzler eine Trendwende. Nach sechzehn Monaten Regierungszeit befinde sich Deutschland trotz aller Schwierigkeiten «auf dem Weg raus aus der Krise». Merz verwies auf eine erwartete Wachstumsrate von rund 1,3 Prozent für 2026, was nach seinen Angaben einer zusätzlichen Wirtschaftsleistung von etwa sechzig Milliarden Euro entspricht. Der Auftritt erfolgte drei Tage vor der Berliner Wahl.