Der englische Fussballverband (FA) will FIFA-Präsident Gianni Infantino die Unterstützung für dessen Wiederwahl als Präsident des Weltverbands beim FIFA-Kongress im März 2027 entziehen. Das berichten Sky News und weitere britische Medien. Zuvor hatte bereits der walisische Verband (FAW) seine Unterstützung offiziell zurückgezogen. Auslöser ist Infantinos inzwischen gestopptes Vorhaben, Anteile an einer neuen FIFA-Tochtergesellschaft an private Investoren zu verkaufen.
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Der englische Verband bereitet laut Sky News ein Schreiben vor, in dem er der FIFA mitteilt, dass er Gianni Infantino bei der Wahl des FIFA-Präsidenten nicht mehr unterstützen wird. Der walisische Verband (FAW) hat diesen Schritt bereits vollzogen und der FIFA seinen Entscheid schriftlich mitgeteilt. Zur Begründung erklärte der FAW, die jüngsten Defizite bei der Verbandsführung, den Entscheidungsprozessen, der Kommunikation mit den Anspruchsgruppen und dem Urteilsvermögen hätten das Vertrauen in Infantino zerstört. «Das Wohl des Fussballs nicht an erste Stelle zu setzen, ist ein Versagen, das wir nicht akzeptieren können», erklärte der Verband.
Infantino hat inzwischen sein Vorhaben zurückgezogen, Anteile an der neu gegründeten Tochtergesellschaft FIFA Forward Enterprise (FFE) an private Investoren zu verkaufen. Das Unternehmen war zunächst mit 20 Milliarden Dollar bewertet worden. Zu den vorgesehenen Investoren gehörte die Investmentfirma Thrive von Joshua Kushner, dessen Bruder Jared mit Ivanka Trump, der Tochter des US-Präsidenten Donald Trump, verheiratet ist.
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Parallel verschärft auch die UEFA den Druck. Der europäische Verband fordert die FIFA und Infantino in einem formellen Schreiben auf, sämtliche Unterlagen und elektronischen Daten zum FFE-Vorhaben zu sichern. Zugleich kündigt die UEFA an, rechtliche Schritte, ein Schiedsverfahren oder Beschwerden bei Aufsichtsbehörden zu prüfen. Auch Joshua Kushner erhielt ein entsprechendes Schreiben. Während der Deutsche Fussball-Bund Infantino bislang nicht offiziell die Unterstützung entzogen hat, verwies DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig auf die Erklärung der UEFA. Wenn Mitglieder öffentlich erklärten, dass sie kein Vertrauen mehr in die Führung hätten, sei das «ein sehr deutliches Signal».