Der Fall um eine Kindergärtnerin aus Küsnacht, gegen die wegen des Kartenspiels «Schwarzer Peter» ein Strafverfahren eingeleitet worden war, hat es auf die Titelseite des Blicks geschafft. Die Boulevardzeitung greift damit eine Geschichte auf, welche die Weltwoche im Juni publik gemacht hatte.
Unter der Schlagzeile «‹Schwarzer Peter› rassistisch? Lehrerin angezeigt!» berichtet der Blick ausführlich über den Fall einer Kindergartenlehrerin, die nach einer Strafanzeige eines dunkelhäutigen Klassenassistenten wegen des Vorwurfs der Rassendiskriminierung ins Visier der Justiz geraten war. Nach Angaben der Zeitung folgten Polizeibefragungen, umfangreiche Ermittlungsakten und Verfahrenskosten in Höhe von mehreren Tausend Franken. Das Strafverfahren wurde später eingestellt.
Im Interview mit dem Blick weist die betroffene Lehrerin die Vorwürfe zurück. Sie betont, sie habe nie die Absicht gehabt, jemanden zu diskriminieren, und hätte sich statt einer Strafanzeige ein klärendes Gespräch gewünscht. Die Anschuldigungen hätten ihrem Ruf als Lehrperson geschadet, zudem sei ihr Einbürgerungsverfahren sistiert worden. Der Klassenassistent erklärte gegenüber der Zeitung, er habe die Figur des Schwarzen Peter als dunkelhäutiges Kind und nicht als Kaminfeger wahrgenommen.
Der Blick zeichnet zudem die Entstehung des Verfahrens nach und verweist auf die historische Entwicklung des Kartenspiels. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein, nachdem der Anzeigeerstatter kein Interesse mehr an einer Weiterführung bekundet hatte. Der Rechtsstreit ist damit jedoch nicht beendet. Nach Angaben der Zeitung hat die ehemalige Kindergärtnerin inzwischen mehrere Verantwortliche der Schule wegen Amtsmissbrauchs angezeigt. Parallel dazu laufen weitere arbeitsrechtliche Verfahren.