SRF-Journalist Pascal Schmitz bezeichnet ein Gespräch mit dem früheren Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer ausdrücklich als «Off-the-record-Gespräch». Dies zeigt ein Mail, welches Schweiz heute vorliegt.
Das Schreiben datiert vom 19. März 2026 und richtet sich an den damaligen Verbandsmedienchef Finn Sulzer. Darin schreibt Schmitz, er melde sich «bezüglich unseres Off-the-record-Gesprächs am Mittagstisch in Altstetten». Weiter hält er fest: «Mir ist die Bedeutung einer Off-the-record-Vereinbarung sehr bewusst, und ich nehme dies ernst.» Gleichzeitig verweist der Journalist auf seine Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und kündigt an, Informationen von öffentlichem Interesse zu prüfen und gegebenenfalls zu veröffentlichen.
SRF/Gian Vaitl
Konkret geht es um eine von Fischer erwähnte Verurteilung wegen Urkundenfälschung im Zusammenhang mit einem gefälschten Covid-Zertifikat. Schmitz schreibt, diese Information überschreite die Schwelle des öffentlichen Interesses «eindeutig». SRF befinde sich laut Mail in einer «unmöglichen Position», wenn ein Porträt über Fischer veröffentlicht würde, ohne diesen Umstand zu erwähnen.
Patrick Fischer hatte am Dienstag erklärt, SRF habe Informationen aus einem vertraulichen Gespräch veröffentlicht. SRF wies dies zurück und erklärte, es habe vor dem Gespräch keine Off-the-record-Vereinbarung gegeben. Nach Angaben des Senders habe der Verbandsmedienchef die Vertraulichkeit erst nachträglich geltend machen wollen. Schmitz habe in seinem Mail lediglich auf diese Forderung Bezug genommen. Das nun veröffentlichte Schreiben enthält jedoch Formulierungen, in denen Schmitz selbst von einem «Off-the-record-Gespräch» und einer «Off-the-record-Vereinbarung» spricht.