Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat in der ZDF-Sendung «Markus Lanz» den Umgang der etablierten Parteien mit der AfD scharf kritisiert. Zwar befürworte er weiterhin den Unvereinbarkeitsbeschluss der Union, doch warnte er davor, dabei auch die Wähler der AfD auszugrenzen. «Das Problem ist, dass die Brandmauer oftmals um die Wähler mit herumgezogen wird», sagte der CSU-Politiker.
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Guttenberg fordert eine offene Auseinandersetzung mit der AfD, statt auf Boykott oder Schweigen zu setzen. «Es ist kein Hexenwerk, argumentativ den einen oder anderen intellektuellen Flachwurzler von denen – da gibt es auch ein paar Klügere, ohne Frage – auszuhebeln.» Es reiche nicht, die Partei totzuschweigen – ihre Anhänger lebten längst in stabilen digitalen Echokammern. Die demokratischen Kräfte müssten diese «Bubbles» gezielt durchbrechen und den politischen Streit aktiv suchen.
Er machte zugleich deutlich, dass seine Kritik nicht auf eine Kooperation mit der AfD hinausläuft. Bereits im Oktober hatte er gegenüber der DPA betont: «Ich habe mich ausdrücklich für das Beibehalten des Unvereinbarkeitsbeschlusses ausgesprochen.»
Kritik übte Guttenberg auch an der Kommunikationsschwäche der politischen Mitte. «Da ist ihnen die AfD teilweise Lichtjahre voraus», sagte er. Demokratische Parteien müssten nicht nur streiten, sondern auch überzeugen – auf Augenhöhe, auch im privaten Umfeld.