Die gestiegenen Ölpreise sorgen in Europa für einen Boom bei Elektroautos. Zu diesem Schluss kommt eine Marktanalyse der Beratungsfirma PwC, über die der Spiegel berichtet. Demnach erreichte der Anteil reiner Elektroautos an den Neuzulassungen im zweiten Quartal mit 22 Prozent einen Höchststand. Erstmals wurden innerhalb von drei Monaten mehr als 600.000 Elektroautos neu zugelassen.
Sascha Thelen/Keystone
Nach Einschätzung von PwC wirkt die Entwicklung der Ölpreise seit Beginn des Irankriegs wie ein zusätzlicher Anreiz, vom Verbrenner auf ein Elektroauto umzusteigen. «Die Ölpreisentwicklung wirkt wie ein externer Beschleuniger für die Verbreitung der Elektromobilität», sagte PwC-Automobilexperte Harald Wimmer. Gleichzeitig seien die Fahrzeuge technisch ausgereifter geworden. Grössere Reichweiten, wettbewerbsfähige Preise und tiefere Betriebskosten erhöhten ihre Attraktivität.
Auch der Markt für gebrauchte Elektroautos profitiert laut der Studie von dieser Entwicklung. In Deutschland hat sich ihr Anteil innerhalb eines Jahres von 3 auf über 6 Prozent verdoppelt.
Weltweit wurden im zweiten Quartal mehr als 3,9 Millionen Elektroautos verkauft – ebenfalls ein Rekord. Das Wachstum verliert jedoch an Tempo. Hauptgrund ist China, der grösste Automarkt der Welt. Dort gingen die Verkäufe von Elektroautos im ersten Halbjahr um 5 Prozent zurück. Weil gleichzeitig insgesamt weniger Autos verkauft wurden, stieg ihr Anteil an den Neuzulassungen dennoch auf 44 Prozent.