Das Vertrauen der Europäer in die USA als sicherheitspolitischen Partner ist deutlich gesunken. Dies geht aus einer Umfrage des Think-Tanks European Council on Foreign Relations hervor. Für die Erhebung wurden im Mai 19.400 Menschen in fünfzehn europäischen Ländern befragt. Demnach betrachten nur noch 11 Prozent der Befragten die USA als Verbündeten. 2025 lag dieser Anteil noch doppelt so hoch. Rund die Hälfte sieht die Vereinigten Staaten lediglich als «notwendigen Partner», ein Viertel stuft sie als «Rivalen» oder «Gegner» ein.
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Eine Mehrheit der Befragten geht zudem davon aus, dass die USA ihrem Land im Fall eines militärischen Angriffs nicht beistehen würden. Gleichzeitig sprechen sich viele Europäer für eine stärkere Eigenständigkeit in der Verteidigung aus. In mehreren Ländern wächst die Unterstützung für einen europäischen atomaren Schutzschirm. Auch der Wunsch, Rüstungsgüter verstärkt bei europäischen Herstellern statt in den USA zu kaufen, findet in vielen Staaten eine Mehrheit.
Die Umfrage zeigt zugleich eine breite Zustimmung zu höheren Verteidigungsausgaben. Viele Befragte lehnen jedoch Kürzungen bei Sozialleistungen oder anderen Staatsausgaben zur Finanzierung ab. Stattdessen befürworten im Durchschnitt 47 Prozent gemeinsame europäische Schulden für Investitionen in die Verteidigung.
Auch die Haltung zur Ukraine wurde abgefragt. Eine Mehrheit betrachtet das von Russland angegriffene Land als Verbündeten oder notwendigen Partner. Über konkrete Unterstützungsmassnahmen herrscht jedoch Uneinigkeit. Weder für die Entsendung europäischer Bodentruppen zur Friedenssicherung noch für einen EU-Beitritt der Ukraine gibt es in allen befragten Ländern eine Mehrheit. In Deutschland lehnen 37 Prozent einen EU-Beitritt der Ukraine ab, 27 Prozent befürworten ihn.