Die renommierte Harvard University hat Klage gegen die US-Regierung unter Donald Trump eingereicht. Grund ist der Versuch Washingtons, über drei Milliarden Dollar an Bundesmitteln einzufrieren und gleichzeitig tiefgreifende Eingriffe in die Hochschulautonomie vorzunehmen, berichtet die Financial Times.
«Die weitreichenden und aufdringlichen Forderungen der Regierung würden zu einer beispiellosen und unrechtmässigen Kontrolle über die Universität führen», erklärte Harvard-Präsident Alan Garber. Dies hätte «drastische Konsequenzen für Patienten, Studierende, Mitarbeitende, Forschende und das internationale Ansehen der US-amerikanischen Hochschulen».
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Auslöser ist der Vorwurf, Harvard sei nicht entschieden genug gegen Antisemitismus auf dem Campus vorgegangen. Bereits Anfang April waren 2,2 Milliarden Dollar an Fördergeldern eingefroren worden. Weitere Subventionen in dreistelliger Millionenhöhe sind ebenfalls gefährdet.
Ein durchgesickertes E-Mail des National Institutes of Health weist an, keine weiteren Bewilligungen für Harvard sowie Brown, Columbia, Cornell und Northwestern zu erteilen – ohne Angabe von Gründen. Zudem soll Harvard künftig detaillierte Berichte über «illegale und gewaltsame Aktivitäten ausländischer Studierender» vorlegen. Andernfalls riskiere die Hochschule, keine internationalen Studierenden mehr aufnehmen zu dürfen.
Harvard weist die Eingriffe entschieden zurück: «Wir werden unsere Unabhängigkeit nicht aufgeben und unsere verfassungsmässigen Rechte nicht preisgeben», so Präsident Garber. Die Universität hat bereits Kommissionen zu Antisemitismus und weiteren Diskriminierungsformen eingesetzt und erste Empfehlungen veröffentlicht.
Unterstützung erhält Harvard von über 150 Hochschulleitungen in Amerika. Diese fordern das Ende staatlicher Einmischung.