Kremlsprecher Dmitri Peskow hat Warnungen vor möglichen russischen Sabotageakten gegen kritische Infrastruktur in Polen und den baltischen Staaten als unbegründet zurückgewiesen. Die Vorwürfe seien «eine weitere Portion neuer Schreckensgeschichten», mit denen die Bevölkerung verunsichert und eine stärkere Militarisierung des Baltikums gerechtfertigt werden solle, sagte Peskow am Mittwoch.
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Zuvor hatte Litauens Präsident Gitanas Nauseda unter Berufung auf Erkenntnisse der Geheimdienste vor möglichen russischen Provokationen gewarnt. Wie die Financial Times berichtet, gibt es Hinweise auf gezielte Angriffe gegen Energie- oder Verkehrsinfrastruktur in Polen oder den baltischen Staaten. Konkrete Informationen zu Ort oder Zeitpunkt lägen jedoch nicht vor. Nach Einschätzung der litauischen Behörden geht es nicht um einen grossangelegten militärischen Angriff, sondern um begrenzte Sabotageakte gegen kritische Infrastruktur.
Mit der Warnung reiht sich Litauen in eine Serie ähnlicher Einschätzungen ein. Bereits in den vergangenen Wochen hatten die polnische Regierung und der lettische Nachrichtendienst vor möglichen russischen Hybrid- oder Sabotageaktionen gewarnt. Nach Darstellung westlicher Sicherheitsbehörden könnten solche begrenzten Provokationen darauf abzielen, die Reaktionsfähigkeit und Geschlossenheit der Nato zu testen.
Wie die Financial Times weiter berichtet, haben mehrere europäische Regierungen Russland in den vergangenen Monaten mit Brandanschlägen, Sabotageakten und Cyberangriffen in Verbindung gebracht. Anfang der Woche machten die EU-Mitgliedstaaten und Grossbritannien den russischen Inlandsgeheimdienst FSB für einen Cyberangriff auf das polnische Stromnetz im vergangenen Dezember verantwortlich. Litauen hat den Schutz seiner Energie- und Verkehrsinfrastruktur inzwischen verstärkt. Als besonders sensibel gelten die Stromnetze nach der Abkopplung vom russisch-belarussischen Verbund sowie die Bahnverbindungen nach Kaliningrad.