Die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn ist nach einem kurzen Aufwärtstrend erneut eingebrochen. Nach Informationen der Bild lag die Pünktlichkeit im Fernverkehr an einzelnen Tagen im Juni unter 50 Prozent. Damit kam zeitweise mehr als jeder zweite Fernzug verspätet ans Ziel oder fiel ganz aus. Im April hatte die Bahn mit einer Pünktlichkeitsquote von 64,4 Prozent ihr eigenes Monatsziel von 61,9 Prozent noch erreicht.
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Als Hauptursache gilt das wachsende Baustellenchaos im Schienennetz. Immer mehr Sanierungs- und Ausbauprojekte verzögern sich oder werden nicht rechtzeitig fertiggestellt. Verantwortlich für Planung und Infrastruktur ist die Bahntochter Infrago unter ihrem Vorstandschef Philipp Nagl. Erst am Mittwoch hatte ein Totalausfall des Bahnfunks den Personen- und Güterverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahmgelegt.
Nach Angaben der Bild geraten zahlreiche Grossprojekte aus dem Zeitplan, darunter die Strecken Berlin–Hamburg, Berlin–Hannover, Hannover–Hamburg, Köln–Koblenz, München–Rosenheim und Würzburg–Ansbach. Weil diese Hauptkorridore Vorrang geniessen, verschieben sich gleichzeitig Arbeiten auf vielen Nebenstrecken, die für Millionen Pendler wichtig sind.
Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Stracke, warf der Bahn vor, weiteres Vertrauen in den Schienenverkehr zu verspielen. Der jüngste Funkausfall sei «eine echte Bahnblamage». Ein einzelner technischer Fehler dürfe nicht den gesamten Bahnverkehr zum Stillstand bringen. Die Technik müsse zuverlässig funktionieren, forderte der Verkehrspolitiker.