Bei den zunehmend gewaltsamen Schülerprotesten in Frankreich sind am Dienstag 440 Menschen festgenommen worden, die meisten davon Minderjährige. Nach Angaben des französischen Bildungsministeriums wurden zugleich 31 Schüler und Beschäftigte verletzt. Insgesamt waren 416 Schulen von Protesten oder Störungen betroffen. Bildungsminister Édouard Geffray verurteilte die Ausschreitungen scharf: «Diese Gewalt ist unsäglich», schrieb er in einem Beitrag auf der Plattform X.
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Bei den Ausschreitungen wurde nach Angaben von Bildungsminister Geffray ein Lehrer geschlagen. Ein Schulleiter im Département Hauts-de-Seine wurde durch einen Feuerwerkskörper verletzt, ein weiterer Schulleiter im Département Essonne mit dem Tod bedroht.
Am Dienstagabend dauerten die Proteste an 338 Schulen an. 45 Schulen waren vollständig blockiert, an 46 weiteren gab es Blockadeversuche. Bilder aus Lille zeigen brennende Mülltonnen und Fahrräder sowie Jugendliche, die neben dem Baggio-Gymnasium eine Ampel niederreissen.
Begonnen hatten die Proteste in der vergangenen Woche im Grossraum Paris, inzwischen haben sie sich auf weitere Landesteile ausgebreitet. Schüler weiterführender Schulen protestieren gemäss Medienberichten unter anderem gegen fehlende Lehrkräfte und finanzielle Mittel, überfüllte Klassen und Stundenpläne.
Parallel fand am Dienstag ein landesweiter Streik im öffentlichen Dienst statt. Dort richtet sich der Protest gegen befürchtete Einsparungen im Haushalt für das kommende Jahr. Premierminister Sébastien Lecornu will seinen Haushaltsentwurf am Donnerstag vorlegen. Frankreich muss Milliarden einsparen, während die Staatsverschuldung einen Rekordwert erreicht hat.