Im Juni glitzert der Pazifik weniger. Ein grauer Schleier legt sich über das Wasser und die Stadt. In Los Angeles nennt man ihn june gloom, die Düsternis des Monats Juni.
Auch an diesem Donnerstag, dem 18. Juni, um 12 Uhr war der Himmel über Inglewood dunkelgrau. In Inglewood steht das Sofi-Stadium, der Austragungsort des WM-Spiels zwischen der Schweiz und Bosnien-Herzegowina.
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Drei Kilometer von hier wuchsen die Beach Boys auf, die seit den sechziger Jahren die goldene kalifornische Sonne in die Welt hinaussummen.
Beim Anpfiff drohte Murat Yakins Team in einem himmelblauen Fanmeer unterzugehen: Drei Viertel der knapp 70.000 Fans waren blau-weiss-bosnisch und nicht schweizerisch rot-weiss. In den USA leben gut 85.000 Schweizer und über 300.000 Bosnier.
Es klingt überirdisch, aber genau so war es: In der 74. Minute riss der Himmel etwas auf, und auf dem Platz fiel die bosnische Abwehrmauer: Johan Manzambi schoss das erlösende 1:0 für die Schweiz.
In der 84. machte Rubén Vargas das 2:0, in der 90. nochmals Manzambi das 3:0, in der letzten – 97. – Minute traf Captain Granit Xhaka per Penalty zum 4:1.
Jetzt strahlte in Inglewood die Sonne. Die Schweiz besiegte nicht nur Bosnien-Herzegowina, sondern auch den kalifornischen june gloom.