Die Wortschöpfung «News-Deprivierte» klingt zum einen hochwissenschaftlich, zum anderen nach einer Krankheit. Gemeint sind Leute, die keine aktuellen Meldungen konsumieren und die Medien weitgehend ignorieren.
Das betrifft laut einer Studie der Universität Zürich inzwischen rund die Hälfte der Bevölkerung in der Schweiz. Die News-Verweigerer haben sich seit 2009 demnach verdoppelt, Tendenz weiter steigend.
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Das hat Folgen. Diese Gruppe habe auch wenig Vertrauen in Politik und Medien und sei nicht bereit, sich in der Gesellschaft zu engagieren, so die Forscher.
Woran liegt es? Die Autoren der Studie dazu: Viele Leute ertragen die Fülle von negativen Nachrichten nicht und verzichten deshalb auf diese. Und ein weiterer Teil sei absorbiert mit den sozialen Medien oder Streamingdiensten und konsumiere kaum mehr traditionelle News.
Es sind laut der Universität also ausschliesslich externe Einflüsse. Wer keinesfalls schuld sein darf: die Medien selbst und ihre Arbeitsweise.
Dass sich mehr als drei Viertel der Journalisten selbst als links einstufen, dass die Berichterstattung oft flächendeckend einseitig ist und viele Konsumenten deshalb genervt abwandern, soll keine Rolle spielen.
Diese Steilvorlage nehmen die Medien gerne auf. Nach Erscheinen der Studie publizierten sie die offiziellen Ergebnisse umgehend und unkommentiert. Die einmalige Chance, sich selbst zu hinterfragen, ergreifen sie nicht. Und belegen damit vielleicht gleich selbst den wahren Grund für die Zunahme der «News-Deprivierten».