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«Die Brandmauer war ein Riesen-Eigentor»: Ehemaliger Trigema-Chef Wolfgang Grupp fordert CDU zum Umdenken im Umgang mit der AfD auf

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«Die Brandmauer war ein Riesen-Eigentor»: Ehemaliger Trigema-Chef Wolfgang Grupp fordert CDU zum Umdenken im Umgang mit der AfD auf
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Der frühere Chef des deutschen Textil- und Bekleidungsherstellers Trigema, Wolfgang Grupp, macht die Abgrenzung der CDU von der AfD für einen Teil ihrer politischen Probleme verantwortlich und fordert die Partei nach ihren jüngsten Wahlniederlagen zum Kurswechsel auf. «Die Brandmauer war ein Rieseneigentor», sagte der 84-Jährige der Bild-Zeitung. Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz müsse nun «sofort» reagieren.

Marijan Murat/DPA/Keystone
Wolfgang Grupp, ehemaliger Chef des Bekleidungsunternehmens Trigema
Marijan Murat/DPA/Keystone

Grupp verweist auf die jüngsten Landtagswahlen. In Mecklenburg-Vorpommern fiel die CDU auf 4,9 Prozent und verpasste erstmals den Einzug in den Landtag, während die AfD 38,2 Prozent erreichte. In Berlin wurde die Linke mit 25,7 Prozent stärkste Kraft. Für Grupp muss die CDU deshalb untersuchen, warum ihr frühere Wähler davonlaufen. «Dass ich als CDU-Vorsitzender sage, mit der AfD spreche ich nicht, das geht nicht.» Seine Position sei klar: «Ich sage schon immer: Eine Brandmauer darf es nicht geben.»

Der Unternehmer zieht dabei Parallelen zu seiner früheren Arbeit bei Trigema. Wenn Kunden plötzlich nur noch Adidas und Puma statt Trigema kauften, müsse ein Unternehmen herausfinden, was die Konkurrenz anders mache. «Dann muss ich das, was die machen, auch tun – nur besser.» Übertragen auf die CDU bedeute dies für Grupp, die Gründe für den Wechsel früherer Anhänger zur AfD oder zur Linken zu analysieren.

Trotz seiner Kritik hält Grupp an Merz fest. «Ich schätze Merz», sagte der langjährige CDU-Wähler. Angesichts der Verluste müsse der Kanzler jedoch rasch handeln. Grupp formuliert dies nach seinem unternehmerischen Prinzip: «Ich öffne den Schirm bei den ersten Tropfen, nicht erst, wenn es schüttet.»

Auch Deutschlands wirtschaftliche Schwäche sieht Grupp nicht allein als Folge politischer Rahmenbedingungen. «Wenn die Wirtschaft in Deutschland schwächelt, dann liegt es an den Unternehmen.» Unternehmer müssten Probleme lösen, statt über die Bedingungen zu klagen.

Selbst in die Politik wechseln will Grupp nicht. In einer Demokratie müsse er Kompromisse eingehen, für die er anschliessend nicht geradestehen könne. Dann sagte er lachend: «Für mich käme deshalb nur eine Diktatur in Frage.»

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