Volkswagen will im Rahmen eines verschärften Sparkurses weltweit bis zu 100.000 Stellen abbauen und die Produktion an vier deutschen Werken einstellen. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen. Der Wolfsburger Autobauer wollte die Angaben nicht bestätigen und verwies darauf, dass die Vorschläge zunächst den zuständigen Gremien vorgelegt würden. Eine Präsentation im Aufsichtsrat ist für den 9. Juli vorgesehen.
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Sollten die Pläne umgesetzt werden, würde nahezu jeder sechste der weltweit rund 625.000 Arbeitsplätze entfallen. Bereits Ende 2024 hatte Volkswagen mit den Gewerkschaften vereinbart, bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland abzubauen und die Produktionskapazitäten im Inland um 500.000 Fahrzeuge zu verringern. Nach Informationen der Zeitung soll nun ein weiterer Abbau von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen hinzukommen. Gleichzeitig soll die Fahrzeugproduktion an den Standorten Emden, Zwickau und Hannover sowie im Audi-Werk Neckarsulm auslaufen. Bereits zuvor war die Schliessung des Werks in Dresden beschlossen worden, während für das Werk Osnabrück weiterhin ein Käufer gesucht wird.
Konzernchef Oliver Blume begründet den verschärften Sparkurs mit dem wachsenden Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller, den Auswirkungen der US-Zölle, dem Krieg im Nahen Osten und der schwierigen Lage auf dem chinesischen Markt. Erst kürzlich hatte Volkswagen den Verkauf seiner Marinesparte Excellance an den Finanzinvestor Bain abgeschlossen und damit rund 7,4 Milliarden Euro eingenommen. Der Konzern will sich stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren und prüft weitere Verkäufe von Unternehmensteilen.
Die Pläne stossen bei den Arbeitnehmervertretern auf heftigen Widerstand. Betriebsratschefin Daniela Cavallo sowie Vertreter der Gewerkschaft IG Metall kündigten an, sich mit «aller Kraft» gegen weitere Einschnitte zu wehren. In der Vergangenheit wurden Sparprogramme bei Volkswagen nach Verhandlungen mit den Gewerkschaften mehrfach abgeschwächt.