Deutschlands 15-Jährige haben bei der Pisa-Studie 2025 in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften die schlechtesten Ergebnisse seit Beginn der Erhebungen erzielt. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) spricht laut Bild von einem «dramatischen Ergebnis». Deutschland liegt damit in allen drei untersuchten Bereichen nur noch auf dem Durchschnittsniveau der OECD-Staaten.
Bernd Weissbrod/DPA/Keystone
Besonders deutlich zeigen sich die Defizite bei den Grundkompetenzen. In Mathematik erreichen die Jugendlichen 464 Punkte, beim Lesen 465 und in den Naturwissenschaften 486. Rund ein Drittel schafft in Mathematik und Lesen nicht einmal das grundlegende Mindestniveau, in den Naturwissenschaften ist es etwa ein Viertel. An der deutschen Pisa-Erhebung nahmen 6659 Jugendliche teil.
Prien sieht die Ursachen nicht allein im Unterricht. «Wenn immer weniger Eltern ihren Kindern vorlesen, ist das ein grosses Problem, auch wenn Eltern am Handy hängen. Das Bildungssystem alleine wird es nicht schaffen, da dürfen wir uns nicht in die Tasche lügen.» Als weitere Faktoren nennt sie Zuwanderung, verändertes Elternverhalten und die Nutzungsdauer sozialer Medien.
Die Ministerin will deshalb früher ansetzen. Kinder sollen bereits vor der Einschulung auf Sprach- und Entwicklungsprobleme getestet und bei Bedarf gefördert werden. Das Startchancen-Programm sieht über zehn Jahre 20 Milliarden Euro für Schulen in sozial schwierigen Lagen vor. Lesen, Schreiben und Rechnen sollen stärker ins Zentrum rücken. «Für ein paar Jahre müsste die Priorität jetzt auf Grundschule und Kita liegen», sagt Prien. In weiterführenden Schulen werde häufig nur noch «nachträglich repariert». Allerdings seien die finanziellen Spielräume begrenzt: «Die Haushaltssituation ist massiv angespannt.»