AfD-Chefin Alice Weidel hat ihre Partei auf dem Bundesparteitag in Erfurt als «neue Volkspartei» bezeichnet und einen Führungsanspruch für Deutschland erhoben. «Die AfD ist bereit, Verantwortung zu übernehmen, weil die Deutschen, weil Deutschland es verdient hat, gut regiert zu werden», sagte Weidel vor den Delegierten. Die Partei sei inzwischen der «politische Taktangeber im Bund» und in vielen Bundesländern stärkste oder zweitstärkste Kraft.
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Weidel verwies auf das Mitgliederwachstum der AfD. Die Partei zähle inzwischen rund 75.000 Mitglieder, Ende 2024 seien es noch gut 50.000 gewesen. Sie zeigte sich überzeugt, dass die Marke von 100.000 Mitgliedern bald erreicht werde. Die politischen Gegner hätten der AfD den Niedergang vorausgesagt. Tatsächlich befinde sich die Partei auf Wachstumskurs und sei bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen.
Scharfe Kritik übte Weidel an der Bundesregierung und insbesondere an der Union. «Die CDU macht Politik gegen die Deutschen, gegen Deutschland, gegen die Interessen in unserem Land», sagte sie. Die SPD bezeichnete sie als «einst so stolze Arbeiterpartei», die nun «sang- und klanglos aus der deutschen Parteiengeschichte verschwindet». Die Sozialdemokraten seien zu einer «Partei, die die Arbeiter und Arbeitnehmer verrät» geworden.
Auch an die zahlreichen Gegendemonstranten richtete Weidel eine Kampfansage. «Ihr werdet uns nicht kleinkriegen! Ganz im Gegenteil, wir werden immer stärker und grösser!», rief sie unter dem Jubel der Delegierten. Zugleich forderte sie ihre Partei auf, Deutschland «in Schwarz-Rot-Gold zu tauchen». Der Bundesparteitag in Erfurt dient der Wiederwahl der Parteiführung sowie der Neubesetzung weiterer Vorstandsposten.