Der Rüstungskonzern Rheinmetall baut sein Werk im Berliner Stadtteil Wedding schrittweise von der Autozulieferung auf die Produktion von Munitionskomponenten um. Das bestätigte das Unternehmen dem Sender Euronews. Teile der militärischen Fertigung hätten bereits begonnen, das Werk solle «zeitnah» vollständig einsatzbereit sein.
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Die Fabrik beschäftigt derzeit rund 350 Mitarbeiter. Jahrzehntelang wurden dort Komponenten für die Automobilindustrie hergestellt. Künftig sollen stattdessen Bauteile für Munition produziert werden. Nach Angaben von Rheinmetall wird am Standort selbst kein Sprengstoff verarbeitet.
Gegen die Umstellung regt sich jedoch Widerstand. Das «Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion», ein Zusammenschluss von rund dreissig Organisationen, organisiert Proteste gegen das Vorhaben. Die Aktivisten kritisieren, dass künftig mitten in einem dichtbesiedelten Berliner Stadtteil Produkte hergestellt werden, die in bewaffneten Konflikten eingesetzt werden. Zudem befürchten sie, der Standort könne dadurch im Ernstfall zu einem militärischen Ziel werden.
Rheinmetall weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen bezeichnet sich als «eine der Stützen der nationalen und internationalen Sicherheitsvorsorge». Eine glaubwürdige Sicherheitsvorsorge diene dem Erhalt des Friedens und dem Schutz von Freiheit und Sicherheit. Die Produkte des Konzerns leisteten dazu einen Beitrag.
Der Ausbau des Werks erfolgt vor dem Hintergrund einer stark wachsenden europäischen Rüstungsindustrie. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine haben zahlreiche Staaten ihre Verteidigungsausgaben erhöht. Die deutsche Bundesregierung plant ab 2029 jährliche Investitionen von mehr als 150 Milliarden Euro in die äussere Sicherheit. Davon profitiert auch die Branche. Rheinmetall will seine Belegschaft in den kommenden Jahren von derzeit rund 40.000 auf 70.000 Mitarbeiter ausbauen.
Die Proteste gegen das Werk dauern derweil an. Bereits im Jahr 2025 demonstrierten nach Angaben der Organisatoren rund 1500 Menschen in Wedding gegen die geplante Munitionsproduktion. Aktivisten versuchten mehrfach, Zufahrten zum Werksgelände zu blockieren. Für Juli sind weitere Kundgebungen angekündigt.