Kapitel
- Einleitung und Begrüssung
- Tonfall und aktuelle Besorgtheit
- Reflexion über die eigene Rolle
- Sorgen über den Ukraine-Krieg
- Westliche Sichtweise auf den Krieg
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Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie aus dem besorgten Institut für fortgeschrittene Gegenwartskunde und angewandte Wirklichkeitsstudien zur internationalen Ausgabe von Weltwoche Daily. Die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt, ja, die gute Laune. Nicht so ganz einfach in letzter Zeit, aber natürlich muss man auch bei sehr gravierenden Entwicklungen, die ich glaube, da draussen zu erkennen, die gute Laune und die Zuversicht aufrecht. erhalten. Aber klar, Sie haben es gemerkt, der Tonfall ist ein bisschen düsterer geworden, manchmal auch etwas intensiver. Aber letztlich bestimmt eine grosse Nachdenklichkeit und vor allem höchste Besorgtheit meinen Blick auf das Geschehen. Um uns herum, auch in unserer Mitte da in der Politik und vor allem auch in dieser internationalen Zuspitzung jedenfalls, begrüsse ich Sie auf das Allerherzlichste hier bei Weltwoche Daily am Freitag, dem 26. Juni 2026. Und ich schicke gleich voraus, aber gestern noch eine ziemlich... Eindringlich eine ziemlich heftige Sendung aufgenommen, aus meiner Aufgewühltheit heraus. Ich habe da auch drastische Worte gewählt und habe mir das dann etwas überlegt. Auch nachher noch, ist das angemessen, ist das die Rolle des Schweizers, hier auf diese Art und Weise vor einem Krieg zu warnen und auch... Anzuklagen, anzuprangern der einzelnen der Akteure oder ist das vielleicht auch kontraproduktiv, weil natürlich die, die sich dann vielleicht angeprangert fühlen, anstatt ins Nachdenken zu kommen, dass man die dadurch zwingt, gewissermassen in eine Abwehrstellung zu gehen, um dann dagegen zu halten und das Ganze, was man hier analytisch herauszuschälen versucht, einfach wegwischen und gar nicht annehmen können. Also lassen Sie mich das noch einmal... Wir versuchen jetzt aus wirklich analytischer Perspektive, ich habe das in der Schweizer Ausgabe auch getan, ich mache das jetzt hier für ein vielleicht etwas grösseres, internationaleres Publikum. Meine Damen und Herren, ich mache mir allergrösste Sorgen über die politische Entwicklung im Ukraine-Krieg. Ich glaube, wir steuern auf einen Weltkrieg. in Europa zu. Nach meiner Beurteilung sind wir in einer Eskalationskette, in einer Eskalationsspirale gefangen, sowohl auf der westlichen Seite als auch auf der EU-Seite. Man ist nicht bereit, aus dieser Eskalationsspirale auszusteigen und sich zu verabschieden von den Interpretationen, Vorstellungen und Beurteilungen des Kriegs. Und aus westlich-deutscher Sicht gilt es als ausgemacht, alternativlos, dass Russland dabei ist, Europa anzugreifen, dass Putin einen imperialistischen Eroberungskrieg führt und dass es deshalb auch im Lichte der historischen Erfahrungen, man nimmt dann hier die Folie Hitler, dass es absolut zwingend sei, Russland eine militärische... Niederlage zuzufügen und koste es, was es wolle, whatever it takes, die Ukraine zu unterstützen. Man glaubt, man ist überzeugt, dass jetzt diese Drohnenschläge, die die Ukraine intensiviert gegen Russland, dass diese Drohnenschläge ein Indiz dafür seien, dass... Russland diesen Krieg verliert. Man ist auch der Auffassung, dass Putin unter ganz massiven Druck steht, dass seine militärische Kampagne erfolglos ist, dass sogar sein Regime, sein Regiment bald zusammenbrechen könnte und dass das im Grunde auch eine gute Nachricht wäre für Europa, für den Westen, wenn dies so geschehe. Und deshalb fühlt man sich, vor allem in der Europäischen Union, vor allem in Deutschland, auf der richtigen Seite der Geschichte. Man unterschätzt oder man schätzt Russland so ein, dass die Eskalationsgefahr faktisch nicht vorhanden ist, fühlt sich da also sicher in dieser Eskalation, obwohl man selber eigentlich nicht bereit ist, diesen Krieg zu führen. Man unterstützt einfach die Ukraine und Friedrich Merz hat es gestern noch einmal ganz deutlich unterstrichen. Deutschland steht unerschütterlich an der Seite der Ukraine. Man ist bereit, da Milliarden zu zahlen. Bei einer Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Polen hat Merz zu einem Einstieg in Friedensverhandlungen aufgerufen. Russland wird diesen Krieg nicht gewinnen. Also man geht diese Friedensverhandlungen an im Bewusstsein, man gewinne. Und Russland sei quasi der mehr oder weniger schon geschlagene, in die Ecke gedrängte Bittsteller. Daran kann es eigentlich keinen Zweifel geben. Also man ist hier ganz klar 100% überzeugt, gegen einen imperialistischen Aggressor das historisch Notwendige zu tun. Ich will das jetzt nicht qualifizieren und bewerten, ob das richtig ist oder falsch. Ich stelle einfach fest, das ist die nüchterne Sicht. Und diese Sicht lässt eine Eskalation, eine Eskalationsunterstützung zwingend erscheinen. Alles machen, damit die Ukraine... Russen noch mehr schlagen kann, denn je mehr sie geschlagen sind, desto besser für uns, desto eher wird Putin bereit sein, an den Tisch zu kommen. Was man hier in der Bestandesaufnahme der westlichen Position, der deutschen Position festhalten muss, ohne jetzt das zu beurteilen, kann ja argumentieren, dass das einem neutralen Schweizer gar nicht zusteht, wobei als Schweizer kann ich sehr wohl beurteilen und Meinungen abgeben über das internationale Geschehen. Da bin ich nicht eingeschränkt durch die Neutralität. Die Neutralität auferlegt nur unserem Staat, unserer Regierung ganz klare Regeln, was er zu sagen hat, was er nicht zu sagen hat, was er zu tun hat und was er zu unterlassen hat. Als Schweizer Bürger sind sie völlig frei. Aber wenn man nicht Teil einer Konfrontation ist, hält man sich zurück, äussert man seine Sorge. Was auf westlicher Seite zu denken gibt, ist die Tatsache, dass man seit Jahren nicht mit Russland redet und deshalb auch nicht weiss, was die Russen wirklich wollen und was sie tun. Man ist dann zwangsläufig der Gefangene seiner eigenen Interpretationen, die man aber aus einer einseitigen Informationslage ableitet. Und das ist natürlich in der Europäischen Union sehr, sehr stark ausgeprägt, weil man nicht nur diplomatisch alle Brücken gekappt hat, und verbrannt hat gegenüber Russland, sondern auch informationsmässig. Die russischen Nachrichtenportale sind verboten. Leute werden vor den Richter gezerrt, vielleicht sogar sanktioniert und ausgesperrt, die die russische Sichtweise einbringen. Die sagen, nein, Achtung, die Russen sagen das so und so, so wie ihr das euch zurechtlegt, stimmt das nicht oder ist das unvollständig? Wer das sagt in der Europäischen Union, muss damit rechnen, bestraft zu werden. Das will ich hier nicht qualifizieren. Ich habe das schon oft getan, aber wir machen hier jetzt eine Analyse. Das bewirkt einfach zwangsläufig, dass man sich in einem Informationsvakuum befindet, auf einem strategischen, wenn man so will, informationsmässigen Blindflug. Was sehr gefährlich ist, weil man eben aus dieser Informationslücke, aus diesem Vakuum, natürlich falsche Entscheidungen treffen kann. Jetzt auf der russischen Seite sieht es genau spiegelbildlich aus. Die Russen sagen... Wir sind überhaupt nicht dabei, einen imperialistischen Eroberungskrieg zu führen. Wir sind hier auch nicht die Aggressoren und die Angreifer. Ganz im Gegenteil, wir verteidigen uns gegen eine Entwicklung, vor der wir immer gewarnt haben, aber man hat uns nicht zugehört. Wir verteidigen uns gegen ein aggressiv vordringendes westliches Militärbündnis, die NATO, das sich über alle Abmachungen hinweggesetzt hat, dass Atomraketenbasen in... Rumänien, auch in Polen aufstehen. und jetzt auch ausgreift in die Ukraine. Wir wollen einen Sicherheitskorridor, wir wollen eine Sicherheits-Bufferzone, wie das übrigens die Chinesen haben mit Nordkorea. Die haben da Spannungen, ja, das ist auch nicht mit allem einverstanden, aber sie sind nicht bereit, diese Bufferzone aufzugeben gegen Südkorea, wo der Amerikaner steht. Und auch die Amerikaner haben ja ihre Einflusssphäre, die wollen nicht, dass man in Südamerika, Kuba, sich da von anderer Seite einmischt. Sie haben Venezuela angegriffen. und die Führung gefangen genommen, einfach deshalb, weil der Präsident damals sein Öl an strategische Rivalen verkauft hat, an Russland und an China. Also die Russen sagen für sich, wir wollen hier nur das, was alle anderen Mächte, die sich als eigenständige Akteure, als Player auf der globalen Bühne begreifen, auch machen. Und wenn wir uns da nicht zur Wehr setzen, dann werden wir natürlich heruntergestuft zu einer Minderen Macht zu einer Regionalmacht, das ist auch die Absicht, sind die Russen überzeugt. Das sei der strategische Plan der Amerikaner. Es gibt tatsächlich sehr nennenswerte Stimmen, Aussagen von Politikern, nicht primär von Trump. Aber Trump ist eben, ja, in dem Sinn nicht unbedingt allein ausschlaggebend. Das amerikanische aussenpolitische Establishment, die Republikaner. Trump ist eine... Sonderfiguren. Es ist ja interessant, dass man sich in der EU jetzt allmählich von den Amerikanern löst. Und die Strategie der EU läuft ganz klar darauf hinaus, auch der Deutschen, man will jetzt diesen Trump aussitzen. Und man wartet darauf, das ist die russische Sicht auch, dass jetzt in Washington dann Trump geschwächt wird bei den Zwischenwahlen und dass er da dann auch mittelfristig abgewählt wird und wieder ein konformer NATO. USA-Präsident hier kommt, eine NATO übrigens, die keinen klaren Auftrag mehr hat, weil man nicht mehr so genau weiss, ist das jetzt ein Verteidigungsbündnis, aus russischer Sicht ist es ein Angriffsbündnis. Ist jetzt völlig egal, wie ich oder sie das qualifizieren, aber so sehen das die Russen. Die sehen in diesem Ukraine-Krieg eine existenzielle Bedrohung ihrer Interessen. Sie sagen, wenn wir das hinnehmen, dann haben wir uns aufgegeben, dann sind wir keine Macht mehr. sind wir nicht mehr in der Lage, unabhängig unsere auch aussenpolitischen Interessen zu bestimmen. Und unsere Interessen richten sich nicht gegen Europa. Aber ihr müsst verstehen, wir wollen auch nicht von Europa oder mit Hilfe von Europa durch die Ukraine in den Zustand einer strategischen Benachteiligung hineingedrückt werden. Das würden die Amerikaner, das würden die Chinesen ja auch nicht akzeptieren. Deshalb ist man auch fassungslos, warum man die... Russen dermassen anprangert, angreift, warum er überhaupt nicht bereit ist, im Westen zu verstehen, dass dieser Krieg in der Ukraine eben diese Dimension der NATO hat, dann aber auch die von der ukrainischen Seite betriebene Diskriminierung und dann auch kriegerische, gewaltsame Bedrohung und auch Tötung von russischsprachigen Minderheiten im Osten der Ukraine, warum man all diese Faktoren ausblendet. Und die Russen sehen sich, ob uns das passt oder nicht, in einer Stellung wie im Zweiten Weltkrieg. Jetzt kommen die Deutschen wieder, sie helfen, wie man uns da zerschlagen will. Es gibt solche Szenarien in Amerika und das dürfen wir nicht hinnehmen. Ich glaube, man gibt sich im Westen eine Illusion hin, wenn man glaubt, dass da Putin allein steht mit seinem Kreml. Die Leute sind hinter ihm. Was natürlich schwierig zu beurteilen ist, wie stark ist Russland? Russland ist sicherlich nicht so stark, wie Russland gerne wäre. Aber Russland ist eben auch nicht so schwach, wie es scheint und wie man sich das im Westen vorstellt. Und Russland, das wird ja auch deutlich mit diesen Gesprächen mit Solovyov, die ich führe, und ich halte das für sehr wichtig, dass man diesen Dialog hier in Gang hält, damit man einfach auch mal sieht, wie die Russen die ganze Sache beurteilen. Und er ist der eloquenteste Russe, der das sehr plastisch darlegen kann. Eben mit welcher grimmigen Entschlossenheit Russland bereit ist, diesen Krieg zu gewinnen, das heisst diesen Puffer, diesen Vorhof, dieses Interessensgebiet, das man als existenziell betrachtet für die eigene Sicherheit, das will man nicht hergeben. Und meines Erachtens, nach meiner Beurteilung, ist da der Westen, ist Europa, ist Deutschland, Frankreich dabei, sich eine Aufgabe aufzuladen, der man nicht gewachsen ist. Man blendet aus, dass die Amerikaner, und das ist jetzt unabhängig von Trump, nicht mehr stark genug sind, überall diese Kriege zu führen. Deshalb will Trump auch raus aus der Ukraine. Deshalb will er eine Einigung mit Putin. Eine Einigung, die aber nicht im Interesse dieser EU-Regierungen ist. Deshalb stehen sie dagegen. Deshalb unterstützen sie die Ukraine. Deshalb helfen sie mit bei der Eskalation dieses Krieges. In der falschen Annahme, die Russen seien geschlagen. Und am Ende werde ja dann die Kavallerie aus Washington noch eintreffen. Das sind einfach sehr viele Illusionen, sehr viele Wunschgedanken dabei, die die Gefährlichkeit der ganzen Situation akzentuieren. Vielleicht noch eine Seitenbemerkung zum Nahostkonflikt. der eine sehr grosse Aufmerksamkeit gehabt hat in den Medien. Für mich ist dieser Nahostkonflikt bei aller Schrecklichkeit, jetzt auch diese Kriege, und man kann darüber natürlich stundenlang diskutieren, das ist für mich ein Regionalkonflikt. Eine biblische Auseinandersetzung, sozusagen ein innerfamiliärer Streit unter Muslimen und Juden, zurückgehend auf die Heiligen Schriften, letztlich eine innerfamiliäre... Eine verwandtschaftliche Auseinandersetzung, denn beide Völker führen sich auf Abraham zurück. Abraham, der Stammvater der Muslime, ist das Kind, das er mit seiner Magd Hagar gezeugt hat. Und der Stammvater der Juden ist sozusagen der legitime Sohn, den Abraham mit seiner ordentlichen Ehefrau, mit seiner rechtmässigen Ehefrau Sarah gezeugt hat. Und es gibt ja diesen Sinsspruch, je verwandter, desto verdammter. Aber das ist ein Krieg, der seine Energie vor allem konzentriert. Und auch zieht aus dieser biblischen Auseinandersetzung mit einem letztlich trotz Öl und trotz diesen geografischen und geopolitischen Interessen, die da spielen im Nahen Osten, dieser Krieg ist nicht geeignet, sich zum Weltkrieg auszuwachsen, aber die Auseinandersetzung in der Ukraine ist dabei, sich zum Weltkrieg auszuwachsen. Und ich glaube, dass tatsächlich nach meiner Beurteilung, wenn wir so weitermachen, dass ein grosser Krieg unvermeidlich stattfinden wird und das wir jetzt vielleicht den letzten Sommer erleben, wo wir uns mit der Hitze beschäftigen und mit Fussball und solchen Dingen. Aber die Politik ist so, dass die Unterstützung der Eskalation der Ukraine durch die Europäer Reaktionen hervorrufen wird. Das wird die Russen zu einer Gegeneskalation zwingen. Und ohne dass sie es realisieren und merken, sind mittlerweile die Deutschen Wieder der primäre Feind von Moskau. Das kann man natürlich wegwischen, auch da ist die Gefahr, man nimmt das nicht hin in der Diplomatie, man macht sich lustig. Der deutsche Botschafter in Moskau, Alexander Lambsdorff, Graf Lambsdorff, hält den Russen Vorträge. Man ist in den Medien dabei, die Erinnerung an den grossen Krieg, an die Operation Barbarossa, an den Zweiten Weltkrieg, an diese fürchterlichen Gräuel. quasi zu entrussifizieren. Man versucht jetzt auch in der Geschichtsbetrachtung, Russland immer mehr zum eigentlichen Auslöser des Zweiten Weltkriegs zu machen. Das sind einfach Indikatoren, dass das wichtigste Land in Europa, das ist Deutschland, das hier natürlich ganz entscheidend den Ausschlag gibt, dass man sich dort auf der Stufe der Führungselite entschieden hat, diesen Krieg zu führen. Oder dass man ihn aus vielleicht... Verblendung heraus, doch nicht für wahrscheinlich erachtet, aber glaubt, die entsprechenden Posen hier nehmen zu müssen. Auf jeden Fall ist das eine brandgefährliche Entwicklung. Und die Frage, die man sich stellen muss, ist einfach die folgende. Sind Sie bereit, diese Konsequenzen zu tragen? Ist man überhaupt in der Lage, so einen Krieg zu führen? Da ist meine Beurteilung ganz klar, nein, man ist dem nicht gewachsen. Das müssen wir uns auch in der Schweiz stellen, diese Frage. Wir haben die Neutralität teilweise aufgegeben und vor allem Deutschland. ist hier natürlich speziell im Fokus. Ist man sich bewusst, weil man eben mit Russland nicht redet, wie sehr Deutschland mittlerweile eigentlich als Hauptakteur, als hauptkriegsführende Partei, als Kriegsregie gesehen wird. Und ich betone, dass die Russen keinen Krieg wollen, aber sie sehen sich aus ihrer Sicht durch das Verhalten der Europäer und insbesondere das Verhalten der Deutschen dazu gedrängt, genötigt, diesen Krieg, diese Eskalation zu führen. Und die Russen sagen mir, es ist wie verhext. Wir führen diesen Krieg mit einem Arm zurückgebunden, weil wir ja gegen ein Brudervolk kämpfen. Und diese bewusste Zurückhaltung wird bei euch im Westen als Schwäche interpretiert. Und das ist ein folgenschwerer Irrtum. Und auch der Glaube, dass Putin isoliert steht, Das ist falsch. Die Leute stehen hinter ihm. Aber bei uns lesen wir nur Artikel und Interviews, die das Gegenteil behaupten. Man ist nicht bereit, die russische Sicht zu sehen. Und das heisst, dass hier eben tatsächlich ein... Eine Entscheidung gefallen ist, sich propagandistisch, wenn man so will, auch mental mobil zu machen, in diesen Krieg hinein zu argumentieren und andere Sichtweisen gar nicht zuzulassen. Und wenn wir da nicht aussteigen, wenn das jetzt einfach so weitergeht, dann ist es nach meiner Beurteilung, nach meiner Einschätzung unvermeidlich, dass es zum grossen Krieg kommen wird. Also da muss etwas... Fundamentales sich verändern, sonst sind wir im Dritten Weltkrieg, sonst haben wir einen möglichen Atomkrieg auf europäischem Boden. Und da gilt dann nur noch eine Frage, die man sich stellen muss. Will man das? Wollen die Deutschen das? Hat man da der eigenen Politik wirklich auf den Zahn gefühlt? Wollen die Deutschen das zulassen? Und wir Schweizer müssen uns fragen, ja. Sind sie bereit, weiterhin an dieser flexiblen Neutralität, an dieser Nicht-Neutralität festzuhalten? Denn wenn die Russen dann einmal in Polen stehen oder wenn sie anfangen, auch deutsche Fabriken, die Drohnen produzieren und helfen, wenn sie diese Fabriken beschiessen, dann ist der Krieg schon sehr nahe an der schweizerischen Grenze und da müssen wir uns sehr ernsthafte Fragen stellen. Russland wird diesen Krieg nicht gewinnen. Friedrich Merz hat es gerade wieder bekräftigt. Die Ukraine hat in der Nacht auf heute massive Angriffe auf Moskau gemacht. Das ist auch das Interesse von Zelensky, vielleicht noch zu ihm. Er hat ein Interesse, natürlich diesen Krieg eskalieren zu lassen, die Russen dermassen zu provozieren, weil mit diesen Drohnenangriffen wird er militärisch den Krieg nicht gewinnen. Aber er wird natürlich den Druck auf Putin erhöhen, seine Zurückhaltung aufzugeben. Das ist nach meiner Einschätzung genau das Ziel von Selensky möchte, dass die Russen so hart zurückschlagen, dass für die Europäer das zum Casus belli wird, wo sie sagen, das ist bis jetzt auch so gelaufen, man hat ja mit kugelsicheren Westernhelmen angefangen, man hat sich immer mehr eingemischt, hineinbegeben in diesen Krieg. Also sagt sich Selensky, wenn die Russen jetzt da provoziert werden, dann werden wir es auch noch schaffen, dass die Europäer mit Bodentruppen in die Ukraine kommen. dass sie ihre Zurückhaltung aufgeben in der Unterstützung und dass sie ihren Worten nachleben werden, nämlich die Ukraine auf keinen Fall preiszugeben. Und gleichzeitig sind die Amerikaner zu schwach, hier Ordnung zu schaffen, einen Frieden herbeizuführen und es sieht auch so aus, als ob Präsident Trump jetzt die Verstimmungen zusammen mit dem Iran-Krieg zum Anlass nimmt, im Grunde diesen Krieg gänzlich der EU. zu überlassen und das heisst natürlich, dass diese Politiker, Macron, Merz, die sehr angeschlagen sind, eine riesige Verantwortung tragen jetzt für den Weltfrieden. Und auch da, glaube ich, sind sie dieser Verantwortung, nachdem wie ich das so etwas bewerte, nicht gewachsen. Also steuern wir auf einen Krieg zu, wenn hier das Steuer nicht noch ganz deutlich herumgerissen wird. Was sind... Weitere Themen, was sind Aspekte, mit denen wir uns noch zu widmen haben? Fangen wir mit dem Erfreulichen oder Unerfreulichen an. Auf jeden Fall ein leichteres Thema. Deutschland, Sie haben es mitbekommen, hat verloren gegen Ecuador. Ist ja auch interessant, diese Fussball-WM ist ein Schaulaufen der Grossmächte, vor allem auch von Amerika, aber gleichzeitig auch eine Art Verschwörung. gegen die Grossen. Das ist irgendwie faszinierend und auch toll, dass jetzt solche Staaten gegen die Grossen gewinnen können. Eine gute Nachricht gibt es noch vom Fussball, dass Gianni Infantino und die FIFA beschlossen haben, die Ausgrenzung Russlands jetzt zumindest bei den Junioren-Weltmeisterschaften aufzugeben, dass man Russland und Weissrussland wieder in den Sport aufnimmt, also hier eine Brücke baut. Es wäre schön, wenn die Politiker sich daran ein Beispiel nehmen würden, um da mitzumachen. Die Strasse von Hormuz ist der neue Machtkampf entbrannt. Ja, wie gesagt, sicherlich etwas Gravierendes, aber in der Gefährlichkeit, was einen Weltkrieg angeht, ist diese Auseinandersetzung in der Strasse von Hormuz in keiner Art und Weise mit der Gefährlichkeit gleichzusetzen, die wir in der Ukraine erleben, aber leider bei uns nach meiner Einschätzung verdrängen. Warum auch Grossmächte vom Völkerrecht profitieren? Ja, das Völkerrecht, ein wichtiges Ideal. Aber eben nicht die letzte verlässliche Bank. Die Macht setzt das Recht, aber das Völkerrecht bleibt ein nobles, ein wichtiges, ein anzustrebendes Ideal. Man müsste versuchen, das Völkerrecht wieder zu stärken gegen die sogenannte regelbasierte Ordnung, die eben... oft sich auch herausnahmen, das Völkerrecht ausser Kraft zu setzen. Beispielsweise im Jugoslawienkrieg haben ja die westlichen Mächte das Völkerrecht, wenn man so will, ausgehebelt, um eben ihre Werte da gegen Serbien durchzusetzen. Kim Jong-un gewinnt Status und Spielraum. Ich habe darüber gesprochen, die Chinesen haben ein Spannungsverhältnis zu Nordkorea, aber sie sind nicht bereit, Nordkorea... aufzugeben, weil das für sie ein wichtiger Puffer ist, sozusagen die Ukraine gegen Südkorea, wo die Amerikaner stehen. Die Russen machen genau das Gleiche und wie sich die Chinesen wehren würden, wenn es die Südkoreaner nach Nordkorea eindringen würden, genauso wehren sich die Russen im Fall der Ukraine. Ob uns das passt oder nicht, ob wir ihre Beurteilungen einschätzen oder nicht, wir müssen uns einfach die Frage stellen, sind wir bereit? Diesen Krieg, diese Konfrontation zu wagen und sind wir uns der Ernsthaftigkeit bewusst, mit der die Russen in diesen Krieg steigen, in diesen Konflikt und sind wir dieser Ernsthaftigkeit gewachsen? Sind wir auf der Höhe der Aufgabe, die wir uns da ob willentlich oder unwillentlich gestellt haben? Die massiven Angriffe, über die haben wir geredet. Ja, ich glaube, das sind die wesentlichen Nachrichten. Vielleicht noch dies. Am 4. und 5. Juli findet ja der Parteitag der AfD statt in Erfurt. Das ist ja unglaublich. Da gibt es NGOs, zum Beispiel Kampakt. Ich glaube, die sind auch finanziert vom Staat. Die rufen jetzt auf. Man müsse da eine riesige Demo machen in Erfurt. Die AfD könnte dort das schaffen, was der NSDAP 1930 in Thüringen erstmals gelang. Also in der Wortwahl eines... öffentlich-rechtlich finanzierten NGOs. Ich nehme, vielleicht irre ich mich, ich gehe mal davon aus, dass Kampakt auch finanziert wird, all diese Linksradikale. Viele von denen werden ja von staatlicher Seite registriert und unterstützt. Die setzen jetzt die AfD mit der NSDAP gleich. Das ist ja eine Ungeheuerlichkeit. Eine unglaubliche Verharmlosung der NSDAP und auch ein Beweis dafür, dass die Geschichte mittlerweile in Deutschland völlig unseriös für tagespolitische Zwecke entfremdet wird. Und mir schreibt da ein Zuschauer aus Deutschland, der eben diesen Aufruf bekommen hat, woher hat denn eigentlich diese Kampag, all diese Adressen, diese Millionen von E-Mail-Adressen, denn da wird man persönlich angeschrieben, heisst es da, hallo, persönlich mit Vornamen, woher haben Sie denn diese Adressen, haben Sie die vom Staat bekommen? Dann ist ein... Neues Gutachten verfasst worden von einem Verband von Rechtsgelehrten. Wir haben 18 Monate geforscht und sie kommen zum Schluss. Man müsse die AfD verbieten. Die AfD sei verfassungswidrig und ein Verbot habe auch gute Chancen. Und man stützt sich da auf Aussagen der AfD. Und ja, glaubt also eine Partei, die mittlerweile bei 30% Wählerzustimmung ist, verbieten zu können. Dann müssen sie gleich auch die 30% der Unterstützer verbieten in Deutschland. Mal sehen, wenn es wirklich dazu kommt, ob sich diese 30% der Deutschen das dann bieten lassen. Dieses Verbot kann man sich bieten lassen, verboten zu werden. Das wird dann interessant sein zu beobachten. Auf jeden Fall ein neues... Gutachten, das dieser Argumentation der Nahrung verleiht. Ich werde vielleicht in einer der nächsten Ausgaben noch etwas die Argumente genauer zerlegen. Aber heute war mir wichtig, hier noch einmal in etwas analytischer Art und Weise, gestern habe ich das sehr ja auch, sage ich jetzt mal rhetorisch heftig getan, mal vielleicht etwas nachdenklicher, analytischer darzulegen. Schreiben Sie mir, was Sie denken, ob ich da irgendetwas ausgelassen habe, ob ich etwas Falsch beurteile, würde mich interessieren, wie Sie das sehen. Umso wichtiger natürlich, dass man immer mit den Russen auch redet. Das ist der Grund, warum ich das tue. Einfach um hier auch dieses Problembewusstsein zu schärfen. Aber ich bin gespannt, ob diese Betonwände, gegen die man da anredet, ob die sich tatsächlich etwas aufknacken lassen. Es gibt ab und zu Lichtblicke, ja, das gibt es. Vielleicht auch ein Erwachen in den deutschen Talkshows. Mal sehen, ob diese... nachdenklichen, besorgten Stimmen an Gewicht gewinnen werden. Mal sehen. Ihnen alles Gute, einen schönen Tag und bleiben wir doch zuversichtlich, dass irgendwie ein Ausstieg, ein Fluchtweg gefunden wird. Hoffen wir, dass am Ende doch niemand da die Nerven verliert in dieser sehr, sehr gefährlichen Situation. Ich glaube, wir sind in der gefährlichsten Situation überhaupt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Was die Gefahr einer globalen sogar nuklearen Auseinandersetzung angeht. Vielen Dank, bis bald. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen. Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst... Niemand zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. Denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. Alle Abo-Optionen finden Sie auf unserer Website www.weltwoche.de sowohl für Print als auch digital und maßgeschneidert auch für Deutschland. Und wenn Sie bereits Abonnent sind, dann möchte ich mich an dieser Stelle einfach mal bei Ihnen bedanken und wünsche Ihnen nun viel Vergnügen beim nächsten Video.
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