Serbien hat sich bei einem Besuch von Präsident Aleksandar Vucic in Peking neue chinesische Investitionszusagen von mehr als einer Milliarde Dollar gesichert. Vucic sagte anschliessend in einem Interview mit Bloomberg, Europa schade sich mit wachsendem Protektionismus und erschwere Investitionen zwischen Europa, China und den USA.
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Der serbische Staatschef warnte, die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas gerate zunehmend unter Druck. «Der Protektionismus zerstört am Ende Europa», sagte Vucic. Neben regulatorischen Hürden nannte er sinkende Produktivität und eine nachlassende Arbeitskultur als zentrale Herausforderungen für den Kontinent. Europa übersehe die Dynamik in anderen Weltregionen und riskiere damit den Bedeutungsverlust.
Serbien hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Anlaufpunkte für chinesische Investitionen in Europa entwickelt. Nach Angaben Vucics fliessen inzwischen nahezu acht Milliarden Euro an direkten Investitionen aus China ins Land. Hinzu kommen Kredite in ähnlicher Grössenordnung für Infrastrukturprojekte, die von chinesischen Unternehmen umgesetzt werden. Während seines jüngsten Besuchs in Peking wurde Vucic von Chinas Staatspräsident Xi Jinping mit der Freundschaftsmedaille ausgezeichnet, der höchsten Ehrung für ausländische Staatsbürger.
Trotz der engen Beziehungen zu China hält Belgrad offiziell am Ziel eines EU-Beitritts fest. Vucic betonte, Serbien werde die Anforderungen aus Brüssel weiter erfüllen. Zugleich machte er deutlich, dass sein Land nicht unbegrenzt auf Fortschritte im Beitrittsprozess warten könne. Die Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft sei in Serbien auf einen historischen Tiefstand von 35 Prozent gefallen. Ursache sei die anhaltende Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Erweiterungspolitik.
Aussenpolitisch setzt Belgrad weiter auf einen Balancekurs zwischen der Europäischen Union, China, Russland und den USA. Vucic erklärte zudem, amerikanische Investitionen in den Bereichen Energie und Bau könnten künftig ein Volumen von bis zu fünfzehn Milliarden Dollar erreichen. Gleichzeitig forderte er die EU auf, den Erweiterungsprozess glaubwürdiger und berechenbarer zu gestalten.