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Denken wie ein EU-Beamter: Brüssel prüft eigenes KI-Modell

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Die Europäische Kommission prüft die Entwicklung eines eigenen KI-Sprachmodells, das speziell auf die Arbeitsweise ihrer Beamten zugeschnitten ist und künftig administrative Abläufe beschleunigen soll. Das geht aus einem Reformbericht hervor, den rund 150 Kommissionsbeamte erarbeitet haben und der in den laufenden Umbau der EU-Verwaltung einfliessen soll. Das Portal Euractiv berichtet.

RONALD WITTEK / KEYSTONE
Flagge der Europäischen Union am Europäischen Parlament in Strassburg (Symbolbild)
RONALD WITTEK / KEYSTONE

Gemäss dem Bericht soll innerhalb der nächsten drei Jahre ein internes «Large Language Model» entstehen, das den «EU official/corporate mind» nachbildet. Ziel sei es, dass die künstliche Intelligenz den institutionellen Kontext, die komplexen Entscheidungsprozesse sowie die rechtlichen und politischen Eigenheiten der EU von Beginn an verstehe. Dadurch müssten die Mitarbeiter der Kommission der Software die Funktionsweise der EU nicht mehr jedes Mal neu erklären. Das solle Abläufe beschleunigen, Entscheidungen vereinheitlichen und Fehler reduzieren.

Bereits heute nutzt die Kommission mit «GPT@EC» ein internes KI-System, das Beamten erlaubt, vertrauliche Dokumente zu bearbeiten, ohne Daten an externe Anbieter weiterzugeben. Die Verfasser des Berichts sehen darin jedoch lediglich einen ersten Schritt und plädieren für eine deutlich leistungsfähigere Eigenentwicklung.

Die Vorschläge sind Teil einer umfassenden Verwaltungsreform unter Federführung von EU-Kommissar Piotr Serafin. Die Kommission beschäftigt derzeit rund 33.000 Mitarbeiter, gleichzeitig ist der Personalbestand seit 2014 um mehr als 1400 Stellen gesunken. Nach Angaben der Beamten wächst die Arbeitslast kontinuierlich, während die Zusammenarbeit zwischen den Generaldirektionen häufig durch institutionelle Silos erschwert werde.

Neben dem Einsatz künstlicher Intelligenz empfehlen die Beamten unter anderem den Abbau administrativer Doppelspurigkeiten, eine engere Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten sowie flexiblere Regeln für das Arbeiten aus dem Ausland. Tiefgreifende organisatorische Änderungen könnten allerdings erst zu Beginn der nächsten EU-Kommission umgesetzt werden. Serafin will seine endgültigen Reformvorschläge bis Ende Jahr vorlegen.

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