Die Berliner Senatskanzlei plant für den Christopher Street Day (CSD) Ende Juli einen eigenen Paradewagen und stellt dafür gemeinsam mit der landeseigenen Marketinggesellschaft Berlin Partner Leistungen im Gesamtwert von rund 375.000 Euro bereit. Das bestätigte die Senatskanzlei. Die Kosten sorgen wenige Wochen vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl für Kritik.
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Nach Angaben von Senatssprecherin Christine Richter stellt die Senatskanzlei rund 140.000 Euro netto für die Umsetzung von Informationsmassnahmen und die Realisierung des sogenannten Berlin-Wagens bereit. Hinzu kommen Sachleistungen der Partner für Berlin Holding Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH im Wert von rund 235.000 Euro. Insgesamt beläuft sich der Aufwand damit auf rund 375.000 Euro.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wird nach Angaben der Senatskanzlei gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Senats auf dem Wagen erwartet. Mitfahren sollen zudem Vertreter verschiedener Initiativen, Institutionen und des Regenbogen-Netzwerks der Berliner Verwaltung. Der doppelstöckige Truck soll unter dem Namen «Regenbogenhauptstadt Berlin» in den Farben der Regenbogenflagge gestaltet werden. Eine sichtbare Kennzeichnung der Senatskanzlei oder des Senats auf dem Fahrzeug sei nicht vorgesehen.
Aus der SPD kommt Kritik an den Kosten. Gegenüber der Bild äusserten Parteivertreter den Verdacht, der Regierende Bürgermeister wolle sich kurz vor der Wahl zusätzliche Präsenz beim CSD verschaffen. Es ist das erste Mal, dass der Berliner Senat mit einem eigenen Wagen an der Parade teilnimmt.
Für zusätzliche Diskussionen sorgt die Höhe der Ausgaben. Branchenkenner erklärten gegenüber der Bild, vergleichbare doppelstöckige Paradewagen seien üblicherweise deutlich günstiger. Die Miete eines solchen Fahrzeugs inklusive Aufbau und Personal liege bei rund 35.000 Euro.
Der Christopher Street Day zählt zu den grössten Veranstaltungen Berlins. Zum Umzug am 25. Juli werden erneut Hunderttausende Teilnehmer und Zuschauer erwartet. In den vergangenen Jahren hatte es wiederholt Spannungen zwischen den Organisatoren und Wegner gegeben. Dem CDU-Politiker war von Veranstaltern mangelnde Unterstützung für ihre Anliegen vorgeworfen worden.