Im Westen neigen wir dazu, geopolitische Entwicklungen durch die abendländische Brille zu betrachten. Damit werden wir den tiefgreifenden, epochalen Veränderungen unserer Zeit nur unzureichend gerecht, findet Weltwoche-Autor Claude Baumann. Inzwischen lebt die Mehrheit der Weltbevölkerung östlich von Istanbul. Vor diesem Hintergrund reiste er nach Singapur und traf dort den indisch-amerikanischen Politologen Parag Khanna. «Die Menschen in Asien wachen auf und konzentrieren sich darauf, wie sie ihre eigene Gesellschaft, ihren Lebensunterhalt und ihre Systeme verbessern können. Sie warten nicht auf Kommentare aus der atlantischen Welt», so Khanna. Daraus folgert er: «Wenn westliche Gesellschaften einen ähnlichen Fokus hätten, wären sie womöglich besser in der Lage, ihre eigenen Probleme zu lösen.» Stattdessen werde die westliche Politik von Identitätsdebatten, symbolischen Auseinandersetzungen und inszenierten Kulturkämpfen aufgezehrt. Seite 22
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Trumps Krieg läuft nicht wie geplant. Die iranische Führung trotzt der militärischen Überlegenheit der Amerikaner und Israeli. Jeden Tag, an dem sie an der Macht bleibt, feiert sie einen Sieg. Urs Gehriger argumentiert, warum der unpopuläre Feldzug des US-Präsidenten trotz Eskalation am Golf mit unwägbaren Folgen für die Weltwirtschaft positiv zu werten ist: Trump habe aus den Fehlern seiner Vorgänger im Umgang mit Nordkorea und Iran gelernt. Das Atomprogramm des Mullah-Regimes sei langfristig ausgeschaltet. «Dank der Intervention des US-Präsidenten ist die Welt ein sicherer Ort.» Seite 28
Als David Schnapp in Fürstenau GR, der kleinsten Stadt der Welt, eintrifft, sitzt Koch und Unternehmer Andreas Caminada noch in einer Besprechung. Kurz darauf ist er frei, jedoch seine Frau Sarah nicht auffindbar. Sie reagiert zunächst nicht auf Anrufe, taucht dann aber wieder auf, und es wird vereinbart, das Gespräch in einer ruhigen Ecke von Schloss Schauenstein zu führen. Das Ehepaar hat in zehn Jahren mit der Caminada Group eine der wertvollsten gastronomischen Marken der Schweiz aufgebaut. Unser Autor wollte wissen, wie man erfolgreich zusammen lebt und arbeitet und dabei noch zwei Söhne mit Haltung ins Leben schickt. Seite 36
Peter Zumthor ist einer der interessantesten Architekten der Gegenwart. Er hat schon eine schmale Bruder-Klaus-Kapelle errichtet, jetzt weiht er in Los Angeles eine der bedeutendsten Bauten der amerikanischen Metropole der letzten Jahrzehnte ein: die 720 Millionen Dollar teure Erweiterung des Los Angeles County Museum of Art. Seite 46
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