Die insolvente Perlon-Gruppe wird vom chinesischen Chemieunternehmen Wuxi Yinda Nylon übernommen. Dies teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Mit der Übernahme bleiben 450 von 510 Arbeitsplätzen an den deutschen Standorten erhalten.
Perlon mit Hauptsitz im baden-württembergischen Munderkingen bezeichnet sich als weltweit führender Hersteller von Kunststofffasern für Papiermaschinen, Medizintechnik sowie Bürsten für den Dental- und Kosmetikbereich. Das Unternehmen erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro und beschäftigte insgesamt 850 Mitarbeiter an Standorten in Deutschland, Polen und China.
STEFAN SAUER / KEYSTONE
Im Sommer 2025 hatte die Unternehmensgruppe für sieben ihrer neun deutschen Gesellschaften Insolvenz angemeldet. Als Ursachen wurden eine deutlich gesunkene Nachfrage im europäischen Papiermaschinenmarkt, stark gestiegene Energie- und Personalkosten sowie zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck genannt. Die Auslastung der Produktionsstandorte sei seit 2022 um rund 40 Prozent zurückgegangen.
Laut Unternehmensangaben setzte sich Wuxi Yinda Nylon in einem Bieterverfahren gegen weitere internationale Interessenten durch. Die Kaufverträge wurden am 3. Juni in Abstimmung mit dem gerichtlich bestellten Sachwalter Max Liebig unterzeichnet.
Die deutschen Standorte in Munderkingen, Bobingen und Wald-Michelbach sollen alle erhalten bleiben. Der Stellenabbau betrifft gemäss den Angaben vor allem das Werk in Bobingen. Auch die Marke Perlon soll fortgeführt werden.