Nach dem massenhaften Grenzübertritt in die spanische Exklave Ceuta will Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez rund 7.000 unbegleitete minderjährige Marokkaner auf die autonomen Regionen des Landes verteilen, berichtet die Zeitung El Español. Sánchez rief die Regionalregierungen bei einem Besuch in Ceuta zu «Solidarität» auf und verwies auf die gemeinsame Bewältigung der Migrationskrise im Jahr 2021.
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Nach Angaben der spanischen Regierung sollen die Minderjährigen grundsätzlich in Spanien bleiben, sofern ihre Eltern keine Rückkehr wünschen. Für ihre Unterbringung und Betreuung sind die autonomen Regionen zuständig. Die Verteilung soll sich nach den vorhandenen Aufnahmekapazitäten richten. Jugendministerin Sira Rego erklärte, die Regierung arbeite bereits daran, «die Rechte aller unbegleiteten minderjährigen Migranten und Jugendlichen, die sich in Ceuta aufhalten, zu gewährleisten». Zugleich werde das Verfahren für eine «verbindliche und solidarische Aufnahme» beschleunigt.
Auslöser der Massnahme ist der Ansturm auf Ceuta am Donnerstag und Freitag. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums gelangten rund 60.000 marokkanische Staatsangehörige illegal in die Exklave, darunter etwa 7.000 Minderjährige. Ein grosser Teil der Migranten kehrte nach spanischen Angaben inzwischen nach Marokko zurück, Medienberichten zufolge halten sich jedoch weiterhin rund 1.000 Personen in Ceuta auf.
Während des Grenzübertritts kam es nach Berichten spanischer Medien zu Plünderungen, Angriffen auf Polizeibeamte und versuchten Hausbesetzungen. Zugleich mehren sich Hinweise auf eine mögliche Beteiligung marokkanischer Behörden am Zustrom. Berichte und Videoaufnahmen legen nahe, dass marokkanische Sicherheitskräfte den Grenzübertritt zumindest teilweise nicht verhinderten oder Migranten in Richtung der Grenze lenkten. Die Regierung in Madrid macht hingegen vor allem Schleusernetzwerke für die Ereignisse verantwortlich.