Bulgarien wird sich nicht an der von Frankreich und Grossbritannien geführten «Koalition der Willigen» zur Unterstützung der Ukraine beteiligen. Das erklärte der bulgarische Ministerpräsident Rumen Radew vor Journalisten. Nach seinen Angaben hatte ihn Frankreichs Präsident Emmanuel Macron persönlich zur Teilnahme eingeladen. «Bulgariens Platz ist nicht dort», sagte Radew. Sein Land werde sich keiner Initiative anschliessen, die auf eine Fortsetzung der finanziellen oder militärischen Unterstützung der Ukraine abziele.
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Wie die Berliner Zeitung berichtet, begründete Radew den Schritt mit seiner Einschätzung, dass der Krieg nicht durch zusätzliche Waffenlieferungen beendet werden könne. «Wir leisten eine solche Hilfe nicht, weil ich glaube, dass die Lösung dieses Konflikts nicht in seiner Verlängerung mit militärischen Mitteln liegt», sagte er. Stattdessen brauche es eine «starke diplomatische Mission» dafür, den Krieg zu beenden.
Die Absage erfolgte nach einem Treffen der «Koalition der Willigen» in Paris. Vertreter von mehr als 35 Staaten berieten dort über weitere Militärhilfe und langfristige Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Das von Frankreich und Grossbritannien angeführte Bündnis plant unter anderem eine internationale Schutztruppe für den Fall eines Waffenstillstands sowie gemeinsame Manöver in Nachbarstaaten der Ukraine. Zudem gründeten die Ukraine und neun europäische Staaten eine Allianz zur Abwehr ballistischer Raketen. Der Kreml reagierte ablehnend: Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete das Bündnis als «Koalition der Kriegstreiber».
Radew betonte zugleich, Bulgarien ziehe sich nicht aus den gemeinsamen Sicherheitsstrukturen von EU und Nato zurück. Entscheidungen über die kollektive Sicherheit würden weiterhin in diesen Formaten getroffen, an denen sich sein Land beteilige.
Die Absage an die «Koalition der Willigen» fügt sich in den Kurs der seit Mai amtierenden Regierung ein. Bereits Anfang Juni hatte Verteidigungsminister Dimitar Stojanow erklärt, Bulgarien werde keine weiteren Waffen aus staatlichen Beständen an die Ukraine liefern. Kommerzielle Rüstungsgeschäfte bleiben davon unberührt. In den Jahren 2024 und 2025 hatte Bulgarien der Ukraine unter anderem Panzerabwehrraketen, gepanzerte Fahrzeuge, Mörser, Flugabwehrkanonen und Haubitzen geliefert.